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Archegos Sturz zieht Kreise

Nachdem die Credit Suisse gestern vor hohen Verlusten aus ihrem Engagement bei dem US-Hedgefonds warnte, gerieten Bankaktien an den Märkten unter Druck. Die Deutsche Bank gab in Sachen Archegos dagegen Entwarnung.

Bankenaktien im Fokus (Symbolbild) | Foto: picture alliance / Boris Roessler/dpa | Boris Roessle

Die Schieflage von Archegos Capital Management hat die Börsenaufsicht SEC auf den Plan gerufen. Die Behörde habe die Situation bereits seit vergangener Woche im Blick und stehe im Austausch mit Marktteilnehmern, erklärte ein Sprecher am Montag auf Nachfrage.

Die global tätigen Banken Credit Suisse und Nomura hatten gestern vor möglichen hohen Verlusten gewarnt, was Bankaktien zu Wochenbeginn an der Börse unter Druck setzte. Die Gesellschaft hatte so genannte Margin Calls verschiedener Banken nicht bedienen können.

Die Credit Suisse hatte deshalb gestern bereits vor möglichen hohen Verlusten gewarnt. Aus Kreisen hieß es, diese könnten allein bei der eidgenössischen Bank zwischen drei bis vier Mrd. Dollar liegen. Die japanische Investmentbank Nomura befürchtet laut Mitteilung einen Verlust von zwei Mrd. Dollar.

Credit Suisse von Zahlungsausfall bei US-Hedgefonds betroffen

Doch neben der Schweizer und der japanischen Bank sind noch weitere Institute vom Absturz des Hedgefonds betroffen: Die Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS. Aller waren als Prime Broker für Archegos tätig.

Deutsche Bank: Engagement ohne erhebliche Verluste reduziert

Die Deutsche Bank sagt gestern dazu, dass sie ihr Enagegement ohne Verluste erheblich reduziert habe. Zudem baue man Kundenpositionen weiter ab und erwarte keine Verluste. 

Der Schweizer Aktienmarkt startet gestern mit negativen Vorzeichen in die neue Woche, weil die Probleme des US-Hedgefonds, die Stimmung drückte. Die ganze Branche geriet unter Druck.

Bankaktien mit Verlusten

So sackte der Kurs der Credit Suisse um satte 13,8 Prozent ab. Nach der noch ungelösten Problemen rund um die Greensill-Fonds dränge sich ein Engagement bei den Schweizern nicht gerade auf, meinten Analysten.
Im Kielwasser der Credit Suisse fielen die Aktien der UBS um 3,9 Prozent. Julius Bär und Partners Group hielten sich mit Abgaben von 0,9 und 1,7 Prozent etwas besser.

Hwangs Family Office lief unter dem Radar

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge mussten wegen der Turbulenzen bei Archegos Aktien im Wert von über 20 Milliarden Dollar (17 Mrd Euro) verkauft werden. Eine Stellungnahme von Archegos gab es zunächst nicht.

Die Website von Archegos Capital ist mittlerweile vom Netz genommen. Die Gesellschaft war unter anderem auch deshalb nicht unter der engmaschigeren Aufsicht der SEC, weil sie von Bill Hwang, einem ehemaligen Hedgefondsmanager als sogenanntes Family Office eingetragen war, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Archegos soll laut Medienberichten zudem das wahre Ausmaß seiner Positionen verschleiert haben, indem man sogenannte Swaps einsetzte, um Meldeschwellen zu umgehen. Laut US-Medien verwaltete das Family Office von Hwang rund zehn Milliarden Dollar.

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Über Deutschland rollt eine Fusionswelle

Der Markt für Fusionen und Übernahmen stieg in Deutschland bis Mitte September auf 169,1 Mrd. Dollar. Davon profitieren vor allem US-Investmentbanken. Die Deutsche Bank arbeitet sich immerhin im Eigenkapital-Markt von Platz 14 auf vier vor. 

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