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Beratungs-Center der Deutschen Bank müssen wegen Call-Center-Streik einspringen

Die Fronten im Tarifkonflikt sind weiterhin verhärtet. Ein Ende des seit Wochen andauernden Arbeitskampfs ist derzeit nicht absehbar. Die Deutsche Bank hält ihr Angebot für angemessen.

Eine Call-Center-Mitarbeiterin (Symbolbild). | Foto: picture alliance / Everett Collection | Courtesy Everett Collection

Die Deutsche Bank versucht mit allen Mitteln, die Auswirkungen des seit Wochen Arbeitskampfs in ihren beiden Call-Centern einzudämmen.

So werden auch Mitarbeiter regionaler Beratungs-Zentren herangezogen, schildert Roman Eberle, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, FinanzBusiness. Konkret handele es sich, um die Mitarbeiter in den Beratungs-Zentren Wuppertal, Essen und Berlin, die die externen Dienstleister des Instituts unterstützen müssen, so Eberle.

Konflikte wegen der Zielerfüllung

Er spricht von Konflikten, weil Aufgabe der Mitarbeiter in den Beratungs-Zentren der Vertrieb sei und sie auch entsprechende Ziele zu erfüllen hätten, was zunehmend schwieriger werde, weil sie Call-Center-Aufgaben zu erledigen hätten. Die Mitarbeiter in den Beratungs-Zentren sind bei der Deutschen Bank AG beschäftigt und nicht wie die Call-Center-Angestellten bei einer Tochtergesellschaft der DB Direkt GmbH.

Nach mehreren Warnstreiks sind die rund 650 Mitarbeiter in den Call-Centern der Deutschen Bank in Essen und Berlin Ende Januar in einen unbefristeten Streik getreten. Die Positionen der Deutschen Bank und der Gewerkschaften liegen weit auseinander.

Positionen liegen weit auseinander

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten rückwirkend zum 1. April 2020 eine Lohnsteigerung von sechs Prozent, mindestens aber 150 Euro monatlich, ein 13. Monatsgehalt sowie vermögenswirksame Leistungen. Die Deutsche Bank bislang 1,5 Prozent rückwirkend zum 1. November 2020 und eine Steigerung in gleicher Höhe ab Januar 2022 an.

Die Bank hat ein sehr faires Angebot gemacht.

Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, im Februar

Bewegung im Arbeitskampf gibt es nicht. Ein Deutsche-Bank-Sprecher verwies auf Aussagen von CEO Christian Sewing, die dieser bei der Bilanzvorlage Anfang Februar gemacht hatte. "Die Bank hat ein sehr faires Angebot gemacht", sagte Sewing seinerzeit.

"Die Bank hat ein sehr faires Angebot gemacht", sagt Christian Sewing

Ich sehe noch keine Erschöpfung auf unserer Seite.

Roman Eberle, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi

Das sehen die Gewerkschaften anders und auch der seit Wochen andauernde Arbeitskampf hat daran nichts geändert. "Ich sehe noch keine Erschöpfung auf unserer Seite", sagte Eberle FinanzBusiness.

Unterbrechung im Dauerstreik

Zwar war der Arbeitskampf der Call-Center-Mitarbeiter im Februar für zwei Tage unterbrochen. Das sei aber kein Zeichen von Streikmüdigkeit oder gar des Einlenkens gewesen, schildert der Gewerkschafts-Funktionär im Gespräch mit FinanzBusiness. Im Gegenteil: "Mit den Unterbrechungen wollten wir die Bank zusätzlich verunsichern."

So könnte es auch im laufenden Monat März zu einer Streik-Unterbrechung kommen, deutete Eberle an, wollte aber nicht ins Detail gehen.

Auch der Deutsche-Bank-Sprecher wollte den Arbeitskampf nicht im Detail kommentieren. Die Folgen seien spürbar, aber gut abgefedert, sagte er FinanzBusiness.

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