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Deutsche schätzen Bankberater - und misstrauen Direktbanken

Deutschlands Banken stecken in einer tiefen Vertrauenskrise. Das gilt jedoch nicht für den persönlichen Bankberater, zeigt eine Studie. Ihm vertrauen die Deutschen weiterhin - während sie Direktbanken besonders kritisch beurteilen.

Bei der persönlichen Beratung schneiden Bankmitarbeiter gut ab. (Symbolbild) | Foto: picture alliance/dpa-tmn

In der Finanzkrise von 2008 mussten Regierungen das Bankensystem vor dem Kollaps retten. Der Schock sitzt offenbar tief, denn auch mehr als zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers, der den Stein damals ins Rollen brachte, trauen die Deutschen Finanzinstituten nicht so recht über den Weg.

Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov Deutschland hervor, für die das Unternehmen 2032 Personen ab 18 Jahren befragte.

Mehr Misstrauen als Vertrauen

Insgesamt gab nur jeder fünfte Teilnehmer (20 Prozent) an, Banken zu vertrauen. Knapp jeder Dritte (31 Prozent) findet dagegen, dass man ihnen nicht trauen kann. Nur 16 Prozent waren davon überzeugt, dass Kreditinstitute im Interesse ihrer Kunden handeln. 35 Prozent stimmten dieser Aussage nicht zu.

Besonders groß ist das Misstrauen dabei gegenüber Direktbanken, bei denen Kunden so gut wie keinen persönlichen Kontakt zu Beratern haben. Zwei von fünf Befragten (41 Prozent) halten sie für nicht vertrauenswürdig.

Persönlicher Eindruck deutlich besser

Ganz anders sieht es aus, wenn man die Menschen nach konkreten Erfahrungen mit ihrem Bankberater fragt. Hier hatte ein Großteil der Befragten (62 Prozent) das Gefühl, dem persönlichen Berater durchaus vertrauen zu können. Nur jeder Zehnte war ausdrücklich misstrauisch.

Dass Bankberater verhältnismäßig positiv gesehen werden, erklären die Autoren mit mehreren Faktoren: Zum einen hatte ein Großteil der Befragten nicht das Gefühl, der Berater setze sie unter Druck, bestimmte Produkte zu kaufen (66 Prozent). Zum anderen hatte die Mehrheit den Eindruck, dass sich die Empfehlungen des Beraters an ihren individuellen Bedürfnissen orientieren (59 Prozent) und dass ihre Interessen an erster Stelle stehen (48 Prozent). Insgesamt waren 61 Prozent der Umfrageteilnehmer mit der Beratung voll und ganz zufrieden.

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