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Bankenverband sieht Wirtschaftsprüfer als Hauptverantwortliche im Fall Wirecard

Der Präsident des BdB, Hand-Walter Peters, nimmt Bafin-Chef Felix Hufeld in einem Interview mit dem Handelsblatt in Schutz und sieht die Schuld für den Bilanzskandal bei den Wirtschaftsprüfern.

BdB-präsident Hans-Water Peters 2017 bei der Eröffnung des Deutschen Bankentag in Berlin | Foto: (c) dpa

Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) Hans-Walter Peters sieht die Wirtschaftsprüfer als Hauptverantwortliche im Wirecard-Skandal. Das sagte er in einem Interview mit dem Handelsblatt am Dienstag (15. September 2020).

Kein Zugriff auf alle Daten, kein Testat

"Auf eine testierte Bilanz muss man sich einfach verlassen können. Das ist die Basis für alles Weitere", so Peters. Darauf hätten viele Investoren in Gesprächen immer wieder verwiesen. Er fordert deshalb, dass Wirtschaftsprüfer Bilanzen nicht testieren, wenn kein Zugriff auf alle Daten und Dokumente bestünde - auch und vor allem bei internationalen Unternehmen.

Auf eine testierte Bilanz muss man sich einfach verlassen können. Das ist die Basis für alles Weitere.

Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB)

Entsprechend nahm Peters die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und ihren Präsidenten Felix Hufeld in Schutz und forderte gleichzeitig, dass Technologieunternehmen, die im Finanzgeschäft tätig seien, zukünftig auch von der Aufsichtsbehörde überwacht werden.

Peters steht seit Mitte August wieder dem BdB vor. Er hatte den Posten Mitte April an Martin Zielke, Noch-CEO der Commerzbank AG, übergeben, der jedoch durch sein baldiges Ausscheiden den Posten wieder abgegeben hatte.

Peters steht wieder dem Bankenverband vor

An der BdB-Spitze ist der Neue der Alte

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