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Private Schröder-Bank blüht in der Nische

Mit dem richtigen Geschäftsmodell kommen auch spezialisierte Banken gut durch die Krise - wie etwa die Hamburger Schröder-Bank. Das berichtet die Börsen-Zeitung.

Der Vorstand der Schröder Bank: Chef Helmuth Spincke (r.) und Thomas Welling. | Foto: Otto M. Schröder Bank/J. Quast

Die Corona-Krise bestätigt das Geschäftsmodell der privaten Hamburger Otto M. Schröder Bank. Das sagten Vorstandschef Helmuth Spincke und sein Vorstandskollege Thomas Welling der Börsen-Zeitung.

Die Schröder-Bank hat zwei Hauptgeschäftsfelder: Die Vermögensberatung (ab 200.000 Euro) und Vermögensverwaltung (ab 1 Mio. Euro) sowie die Immobilienzwischenfinanzierung für den Wohnungsbau in den Metropolregionen Hamburg und Berlin sowie auf Sylt.

Immobilienfinanzierungen laufen

"Wir sehen nicht, dass die Wohnimmobilienpreise markant zurückgehen", sagte in diesem Zusammenhang Vorstandschef Spincke der Zeitung. Stattdessen zeige die Corona-Pandemie, dass der Stellenwert von Wohneigentum steige. Es komme derzeit auch viel Liquidität auf den Markt, die nach Anlagealternativen suche.

Wir sehen nicht, dass die Wohnimmobilienpreise markant zurückgehen.

Helmuth Spincke, Vorstandsvorsitzender, Otto M. Schröder Bank

Spincke verwies auf die geringe Eigentumsquote beim Wohneigentum von weniger als 20 Prozent in Berlin. In der Hauptstadt und ihrem Speckgürtel ist die Bank mit etwa zwei Dritteln ihres Kreditportfolios engagiert.

Großzügiger Risikopuffer

Mit ihrem Risikopuffer sieht sich die Bank, die zu 95 Prozent in Familienbesitz ist, gut aufgestellt. Nur 5 Prozent der Engagements könnten durch Corona beeinträchtigt werden, habe eine Analyse ergeben. Wertberichtigungen könnten wohl bald wieder aufgelöst werden, sagte Spincke.

Sein Vorstandskollege Welling ergänzte, Auflösungen hätten schon 2019 dazu beigetragen, dass der Jahresüberschuss vor Zuführung in die Reserven von 6,3 Mio. Euro (2018) auf 7,7 Mio. Euro gestiegen sei. Für 2020 werde ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet.

Die Schröder-Bank als drittgrößte Hamburger Privatbank hinter Warburg und Berenberg kam 2019 auf eine Bilanzsumme von 318 Mio. Euro. Das 1932 gegründete Institut beschäftigt knapp 40 Personen. Haupteigentümer sind die Enkel des 1988 verstorbenen Bankgründers Otto Martin Willy Schröder.

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