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Bundesbank überdenkt ihre Bargeldstrategie

Eine neue Studie soll bis 2024 Faktoren wie Digitalisierung, Migration und Nachhaltigkeit untersuchen. Derweil nimmt die Nutzung von Bargeld aktuell wieder zu.

Foto: Deutsche Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank will ihre Bargeldstrategie grundlegend überdenken. So hat sie eine Studie ”Bargeld der Zukunft” initiiert, um zu untersuchen, wie Bargeld in 10 bis 15 Jahren genutzt wird. Ergebnisse möchte die Bundesbank Anfang 2024 vorlegen.

Mit dem weit in die Zukunft reichenden Blick gehen wir ganz neue Wege.

Johannes Beermann, für Bargeldversorgung zuständiges Vorstandsmitglied der Bundesbank

”Damit haben wir eine Vorreiterrolle inne”, sagte das für Bargeld zuständige Vorstandsmitglied, Johannes Beermann, der ”Börsen-Zeitung”. ”Mit dem weit in die Zukunft reichenden Blick gehen wir ganz neue Wege.”

Bargeld blieb 2021 häufigstes Zahlungsmittel

Die Bundesbank hatte unlängst ihre jüngste Studie zum Zahlverhalten der Deutschen vorgestellt. Zwar wird Bargeld immer seltener genutzt. Dennoch wurde 2021 mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Zahlungen bar abgewickelt. 69 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zukünftig unverändert mit Scheinen und Münzen zahlen wollen.

Bares bleibt weiter Wahres

Die neue Studie zur Bargeldstrategie, die nun in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen VDI/VDE Innovation und Technik erarbeitet wird, soll Faktoren wie Digitalisierung, Migration und Anforderungen an Nachhaltigkeit untersuchen. Diese entscheiden, wie dicht künftig das Netz der Bargeldautomaten sein wird oder aus welchem Material Bargeld produziert wird.

Wir schauen, wohin die Entwicklung führt und welchen Platz das Zahlungsmittel Bargeld in möglichen Zukunftsszenarien einnehmen würde.

Johannes Beermann, für Bargeldversorgung zuständiges Vorstandsmitglied der Bundesbank

”Wir schauen, wohin die Entwicklung führt und welchen Platz das Zahlungsmittel Bargeld in möglichen Zukunftsszenarien einnehmen würde”, zitiert die ”Börsen-Zeitung” Beermann.

Fünf Phasen

Unterteilt wird die Studie in fünf Phasen: In der ersten Phase wurden Banken, Geldwertdienste, aber auch etwa Supermärkte interviewt. Nun geht es dem Bericht zufolge darum, potenzielle Szenariofelder zu identifizieren. Nach theoretischen Analysen werden dann Schlüsselfaktoren untersucht, gewichtet und entsprechende Szenarien entwickelt. In der fünften Phase werden entsprechende Konsequenzen für die Bargeldstrategie abgeleitet.

Denkbar ist, dass die Zinswende der EZB den Trend wieder drehen lässt, Bargeld zu horten. Das Bargeldhorten korreliert aber auch mit Krisen. Alleine im März 2020 hatte die Bundesbank netto rund 21 Mrd. Euro mehr an Bargeld ausgegeben.

Die Bundesbank beobachtet, dass die Nutzung von Bargeld wieder zunimmt und nennt als Beispiele die Filialen in Leipzig und Berlin. Dort ist man, was die Bargeldbearbeitung betrifft, fast schon wieder auf Vorkrisenniveau.

Wir haben beim Thema Nachhaltigkeit schon einiges erreicht, arbeiten aber fortlaufend an Verbesserungen.

Johannes Beermann, für Bargeldversorgung zuständiges Vorstandsmitglied der Bundesbank

Was das Thema Nachhaltigkeit bei der Bargeldherstellung betrifft, so sieht Beermann die Bundesbank noch lange nicht am Ende der Entwicklung. Da gehe es um Themen wie Wassernutzung, Fragen der Kunststoff-Verwendung und Recycling.

Beermann: ”Wir haben beim Thema Nachhaltigkeit schon einiges erreicht, arbeiten aber fortlaufend an Verbesserungen.”

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