Baden-württembergische Sparkassen: Vom Bau und von Wero

Der neue Sparkassenpräsident Matthias Neth sieht die Lage auf dem Wohnungmarkt immer noch kritisch. Und: Anfang Juli wollen auch die Sparkassen im Ländle mit dem neuen Bezahlsystem Wero starten.
Der neue Sparkassenpräsident Matthias Neth. | Foto: Sparkassenverband Baden-Württemberg
Der neue Sparkassenpräsident Matthias Neth. | Foto: Sparkassenverband Baden-Württemberg
Von Daniel Rohrig, reuters

Die Lage am deutschen Wohnungsbaumarkt bleibt nach Einschätzung des baden-württembergischen Sparkassenpräsidenten Matthias Neth trotz verbesserter Finanzierungsbedingungen angespannt. Die jüngste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) von 0,25 Prozentpunkten allein werde nicht helfen, ”jede Verunsicherung aus dem Markt zu nehmen”, sagte Neth am Rande des Sparkassentags Baden-Württemberg in Freiburg. 

Die Geldpolitik wirke immer noch restriktiv und die Bauzinsen seien viel höher als vor zwei, drei Jahren. Zudem sei die Verunsicherung bei Investoren und Wohnungsbauträgern weiter groß und es mangele an Planbarkeit.

Niedriger Zins verdeckte vieles

In der Vergangenheit habe der niedrige Zins während des Immobilienbooms vieles verdeckt, sagte Neth, der seit Mai im Amt ist, als er die Position von Peter Schneider übernahm. Aktuell müsse man sich der Realität stellen, dass man dem gestiegenen Bedarf bei neuen Wohnimmobilien nicht nachkommen könne. Die Sparkassen verzeichneten zwar mittlerweile wieder leicht steigende Kreditzusagen für den Wohnungsbau. Insgesamt sei das Niveau aber historisch niedrig. 

Teure Materialien und teure Finanzierung wegen hoher Zinsen schrecken derzeit viele potenzielle Häuslebauer und Investoren ab. Deshalb schwächelt der Wohnungsbau massiv, weil sich für Bauträger und Projektentwickler das Bauen kaum noch lohnt. Die Branche fordert deshalb ein Lockern der teureren Baustandards etwa in puncto Energieeffizienz. Die Lobby ruft hier seit langem auch nach stärkeren Staatshilfen - etwa über Zinsverbilligungsprogramme für private Investoren. 

Teilnahme am neuen Tool im Juli

Die baden-württembergischen Sparkassen beschäftigten sich auf ihrem Verbandstag auch mit dem europäischen Bezahlverfahren Wero, wie die Börsen Zeitung berichtete. Matthias Neth stellte in Aussicht, dass die Institute im Ländle ab Anfang Juli am Start des neuen Tools teilnehmen werden. 

Wero ermöglicht Privatpersonen zunächst in Deutschland, Frankreich und Belgien, sich gegenseitig in Echtzeit Geld per Handy zu senden. Zukünftig soll das Bezahlsystem auch für Transaktionen im Onlinehandel und an der Ladenkasse erweitert und auf andere EU-Länder ausgedehnt werden. Der neue Sparkassenpräsident betonte, dass die Etablierung von Wero Geduld erfordern werde. 

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