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Münchener Hyp erhöht 2020 ihre Reichweite im privaten Wohnungsbau

Die Münchener Hypothekenbank hat 2020 ihr Ergebnis in einigen Segmenten deutlich verbessert, obwohl sie Rückgänge im Geschäft mit gewerblichen Immobilienfinanzierungen verbuchen musste: Zugpferd bleibt der Markt für Privatkunden.

Louis Hagen, Vorstandsvorsitzender Münchener Hyp | Foto: Münchener Hyp

Trotz Rückgängen im Geschäft mit gewerblichen Immobilienfinanzierungen konnte die Münchener Hypothekenbank (MünchenerHyp) ihre Erträge im vergangenen Jahr steigern – die Risiken blieben überschaubar: Weil die von der Corona-Krise besonders betroffenen Segmente des gewerblichen Immobilienmarktes nur noch einen geringen Anteil am Gesamtbestand ausmachen würden, habe sich die Pandemie auf das Kreditportfolio bislang kaum ausgewirkt, teilt die Bank mit.

Wir haben unser gesamtes Kreditportfolio an gewerblichen Immobilienfinanzierungen im vergangenen Jahr umfassend analysiert. Bis heute sind wir dabei auf keine maßgeblichen Risiken gestoßen.

Louis Hagen, Vorstandsvorsitzender, Münchener Hyp

79 Prozent des gewerblichen Geschäfts bestehe aus Finanzierungen von Wohnungen und Büros. "Wir haben unser gesamtes Kreditportfolio an gewerblichen Immobilienfinanzierungen im vergangenen Jahr umfassend analysiert. Bis heute sind wir dabei auf keine maßgeblichen Risiken gestoßen", erklärt der Vorstandsvorsitzende Louis Hagen. Wie das Jahr 2020 für das Institut gelaufen ist, im Überblick: 

  • Private Wohnimmobilien. In diesem Geschäftsfeld sagte die Bank erstmals mehr als 4 Mrd. Euro an Finanzierungen neu zu, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kam das Vermittlungsgeschäft mit Volks- und Raiffeisenbanken, das um 10 Prozent auf insgesamt 3,1 Mrd. Euro stieg. Der Absatz von Wohnimmobilienfinanzierungen über freie Finanzierungsvermittler lag mit 670 Mio. Euro 2 Prozent über dem Vorjahresergebnis, über die Kooperation mit der Schweizer PostFinance wurden diesmal Kredite mit einem Volumen von 278 Mio. Euro zugesagt (2019: 290 Mio. Euro).
  • Gewerbliche Immobilienfinanzierung. Hier ging es zweistellig in den Keller – das Neugeschäft erreichte noch ein Volumen von 2,4 Mrd. Euro und lag damit 14 Prozent unter dem Vorjahr. Die Bank argumentiert dennoch, man sei mit der Entwicklung zufrieden, da im Gegenzug höhere Margen erzielt worden seien.
  • Refinanzierung. Das Segment lief 2020 "zu guten Konditionen", so die Bank. Insgesamt emittierte sie Hypothekenpfandbriefe mit einem Volumen von 4,9 Mrd. Euro. Auf die ungedeckte Refinanzierung entfielen 2,6 Mrd. Euro. Dazu begab die Münchener Hyp nachhaltige Wertpapiere (ESG-Pfandbriefe, Grüne Bonds, Commercial Paper, Termingelder) über rund 500 Mio. Euro.

Zins- und Provisionserträge im Auftrieb

Der Zinsüberschuss stieg um 16 Prozent auf 347,8 Mio. Euro. Der Zuwachs beruhe vor allem auf dem Hypothekenneugeschäft, die parallel steigenden Provisionsaufwendungen hätte man überkompensiert, erklärt die Bank und rechnet in ihrer Mitteilung vor: "Somit nahm der Zins- und Provisionsüberschuss um 16,5 Prozent auf 238,3 Mio. Euro zu."

Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit ging um 29 Prozent auf 95,3 Mio. Euro nach oben. Nach Zuführungen zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 20 Mio. Euro und Steuern in Höhe von 37,6 Mio. Euro verbleibt der MünchenerHyp für 2020 ein Jahresüberschuss von 37,7 Mio. Euro.

Unterm Strich landete das Institut zum Stichtag bei einer Bilanzsumme von knapp 49 Mrd. Euro (+13 Prozent). Der Bestand an Hypothekendarlehen erhöhte sich 2020 um acht Prozent auf rund 38,4 Mrd. Euro – wobei der Großteil des Zuwachses, siehe oben, mit 1,8 Mrd. Euro auf die private Wohnimmobilienfinanzierung in Deutschland entfiel.

Münchener Hyp erwartet 2021 stabile Nachfrage

Für die Münchener Hyp ohnehin das Hauptthema: Die Bestände in diesem Geschäftsfeld kletterten auf 26,2 Mrd. Euro, während sich der Bestand an Finanzierungen im gewerblichen Umfeld Ende 2020 auf 12,2 Mrd. Euro belief.

2021 dürfte sich daran aus Sicht des Vorstands wenig ändern. Man gehe weiterhin von einer positiven Entwicklung bei Wohnimmobilien aus, die Gewerbeimmobilien mit einbezogen, kalkuliere man mit einer insgesamt stabilen Nachfrage, heißt es.

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