FinanzBusiness

Stellenaufbau bei Adyen geht dieses Jahr bislang an Deutschland vorbei

Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Vollzeitstellen bei dem Unternehmen weltweit um mehr als 18 Prozent. An den Standorten Berlin und München wurde insgesamt ein Mitarbeiter neu angestellt. Das soll sich aber ändern.

Adyen Schriftzug auf einem Smartphone | Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 395 Vollzeitstellen neu geschaffen. Durch dieses Plus von 18,1 Prozent erhöhte sich die Zahl der Vollzeitkräfte auf insgesamt 2575, wie aus dem jetzt veröffentlichten Brief an die Aktionäre hervorgeht. Allerdings hat das praktisch keine Auswirkungen auf die deutschen Standorte in Berlin und München: Hier wurde in den ersten sechs Monaten genau eine Person eingestellt, wie eine Sprecherin des Unternehmens FinanzBusiness bestätigte.

Zur Begründung des langsamen Tempos hierzulande sagte Chief Financial Officier Ingo Uytdehaage:

Während wir unsere Geschwindingkeit bei Einstellungen in allen Märkten weiter erhöhen möchten, bleibt Adyen bei der Suche nach neuen Talenten äußerst selektiv. Wir sind davon überzeugt, dass eine gründliche Herangehensweise  (...) unserem Team langfristig zugute kommt.

Chief Financial Officier Ingo Uytdehaage

”Während wir unsere Geschwindingkeit bei Einstellungen in allen Märkten weiter erhöhen möchten, bleibt Adyen bei der Suche nach neuen Talenten äußerst selektiv. Wir sind davon überzeugt, dass eine gründliche Herangehensweise (...) unserem Team langfristig zugute kommt.”

Neue Mitarbeiter für Berlin und München gesucht

Zurzeit sucht der Zahlungsdienstleister fünf neue Mitarbeiter in München und 15 für das Berliner Büro. Bei derzeit 59 Vollzeitkräften an beiden Standorten entsprechen die zusätzlich ausgeschriebenen Stellen einem Plus von knapp einem Drittel.

Adyen hat eine neue Deutschlandchefin

Die jetzt auch veröffentlichten Geschäftszahlen für die ersten sechs Monate dieses Jahres des Gesamtkonzerns blieben zum Teil unter den Erwartungen von Analysten. Vor allem beim operativen Gewinn schnitt Adyen deutlich schlechter ab als erhofft. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum zwar um knapp ein Drittel auf etwa 356 Mio. Euro, das war aber weniger als von Branchenexperten erwartet. Das Management rund um Konzernchef Pieter van der Does begründete dies mit wieder anziehenden Ausgaben für Reisen und Veranstaltungen, um Kunden wieder persönlich treffen zu können. Für Deutschland und andere Regionen werden keine Geschäftszahlen veröffentlicht.

Transaktionsvolumen steigt um 60 Prozent

In den Monaten Januar bis Juni wickelte das im EuroStoxx 50 notierte Unternehmen Zahlungstransaktionen mit einem Volumen von knapp 346 Mrd. Euro ab. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 60 Prozent und ist mehr, als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Doch mit einem Halbjahreserlös von rund 609 Mio. Euro (plus 37 Prozent) verfehlte Adyen die Erwartungen. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Wert noch niedriger ausgefallen.

Unter dem Strich verdiente Adyen rund 282 Mio. Euro nach knapp 205 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Der Vorstand behielt die Ziele bei. So soll der Umsatz mittelfristig im jährlichen Schnitt zwischen dem mittleren Zwanziger-Prozentbereich und dem niedrigen Dreißiger-Prozentbereich zulegen. Die operative Marge (EBITDA-Marge) soll langfristig bei mehr als 65 Prozent liegen.

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