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Sumup sammelt 590 Millionen Euro ein

Der Firmenwert des Start-ups steigt damit auf rund acht Milliarden Euro - im Geschäft mit mobilen Kartenlesegeräten ist das ein neuer Meilenstein. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Bain Capital.

Michael Schrezenmaier, Europa-Chef von Sumup | Foto: Sumup

Das deutsch-britische Fintech Sumup hat trotz der herausfordernden Marktbedingungen bei einer neuen Finanzierungsrunde 590 Mio. Euro eingenommen. Der Firmenwert liege nun bei acht Mrd. Euro, teilte das Bezahl-Start-up, das hierzulande mit seinen mobilen Kartenlesegeräten bekannt ist, mit.

Die Finanzierungsrunde, die eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital war, sei von Bain Capital angeführt worden. Auch Fonds, die unter anderem von Blackrock, btov Partners, Centerbridge und anderen verwaltet werden, hätten sich beteiligt. Seit seiner Gründung 2012 hat Sumup nun 1,5 Mrd. Euro eingesammelt.

Die Mittel der jüngsten Finanzierungsrunde werden es uns ermöglichen, unser Produkt-Ökosystem weiter auszubauen, in neue Märkte zu expandieren, neue Akquisitionen zu tätigen.

Michael Schrezenmaier, Europa-Chef von Sumup

”Die Mittel der jüngsten Finanzierungsrunde werden es uns ermöglichen, unser Produkt-Ökosystem weiter auszubauen, in neue Märkte zu expandieren, neue Akquisitionen zu tätigen und die Wettbewerbsbedingungen für kleine Händler auf globaler Ebene weiter zu verbessern”, sagte Europa-Chef Michael Schrezenmaier zur Nachrichtenagentur Reuters. Die aktuelle Situation aus Inflation, Zinswende und Wirtschaftsabkühlung sei ”sicherlich sehr herausfordernd”, ändere aber nichts an der Strategie von Sumup.

Im Wettbewerb mit Zettle und Paypal

Das Startup, das unter anderem mit Square aus den USA und dem Paypal-Angebot Zettle konkurriert, konzentriert sich auf kleine Händler und bietet diesen Zahlungslösungen mit Geschäftskonten, Onlineshop-Lösung, Rechnungsstellung sowie Kartenterminals und Kassensysteme an.

Inzwischen bedient Sumup mit seinen mehr als 3000 Mitarbeitern nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Händler. Die Preise von Sumup orientieren sich am Umsatz.

”Insofern hat die Inflation auch einen, in absoluten Zahlen, steigenden Umsatz für Sumup zur Folge”, sagte Schrezenmaier. Allerdings werde der Effekt durch den verringerten Konsum ausgeglichen. Sumup nennt keine Umsatz- oder Ergebniszahlen. 2019 und damit vor der Corona-Krise, die das Geschäft deutlich belastet hatte, lagen die Erlöse bei 200 Mio. Euro.

Finanzierungsrunde 2021 lag noch höher

Die letzte große Finanzierungsrunde bei Sumup lief vor gut einem Jahr und hatte ein Volumen von 750 Mio. Euro. Auch da war Bain Capital schon dabei, außerdem unter anderem Goldman Sachs. Nach Angaben des Unternehmens sollte die 2021er Runde das weitere Wachstum beschleunigen.

Fintech Sumup erhält von Investoren 750 Mio. Euro

Auf sich aufmerksam gemacht hatte Sumup zuvor bereits durch die Übernahme der Softwareanbieter Goodtill und Tiller. Die Zukäufe ermöglichten es, das Produktportfolio in Richtung Point-of-Sale und Gastronomie zu erweitern.

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