FinanzBusiness

Embedded Payments bleiben für viele Konsumenten rätselhaft

75 Prozent der Konsumenten planen, Embedded Payments zu nutzen, geht aus einer Studie von Paysafe hervor. Aber Nutzer haben vor allem Bedenken bei der Sicherheit.

Bezahlen mit dem Wallet. | Foto: picture alliance/dpa | Mohssen Assanimoghaddam

Auch wenn Embedded Payments als einer der Trends in der Fintechbranche gelten, fehlt es dem Angebot an Bekanntheit. Das geht aus der Studie „Lost in Transaction“ hervor, die die Zahlungsplattform Paysafe in Auftrag gegeben hat und die FinanzBusiness exklusiv vorliegt.

So hätten 49 Prozent der Konsumenten weltweit und 54 Prozent in Deutschland noch nie von dem Begriff „Embedded Payments“ gehört. Und die 23 Prozent in Deutschland, die davon gehört haben, wissen nicht, was es bedeutet.

Konsumenten wissen, wenn sie eine negative Erfahrung gemacht haben. Sie wissen, wenn es Reibungsverluste gibt.

Megan Oxman, Senior Vice President of New Product Development für Paysafe’s Digital Wallets

Dabei ist spätestens seit der Corona-Pandemie klar, dass die Bezahlvorgänge im Wandel sind. So gab ein Viertel (24 Prozent weltweit; Deutschland 29 Prozent) der Befragten, die seit der Covid-Pandemie ihre Zahlungsgewohnheiten geändert haben, an, dass sie mittlerweile häufiger als im Jahr zuvor digitale Geldbörsen zur Bezahlung von Online-Einkäufen nutzen. 17 Prozent weltweit und 13 Prozent in Deutschland nutzen häufiger mobile Wallets.

Außerdem gab ein Drittel - weltweit 33 Prozent, in Deutschland 40 Prozent - an, im vergangenen Monat die digitale Wallet zum Zahlen genutzt zu haben.

„Konsumenten wissen, wenn sie eine negative Erfahrung gemacht haben. Sie wissen, wenn es Reibungsverluste gibt. Mit Embedded Payments wird der Zahlungsaspekt so nahtlos, dass der Konsument keine der üblichen Anstrengungen unternehmen muss, um seine Brieftasche oder Wallet zu finden, Kartendaten einzugeben oder eine Überweisung zu organisieren”, sagt Megan Oxman, Senior Vice President of New Product Development für Paysafe’s Digital Wallets.

Und auch die Mehrheit der Unternehmen scheint sich darüber bewusst zu sein. So zeigt die Studie, dass im Oktober 2021 insgesamt 61 Prozent der Unternehmen weltweit digitale Geldbörsen an der Kasse akzeptierten und und 26 Prozent planen, diese bis Ende 2022 einzuführen.

Jene Unternehmen, die ihre Kunden über die Vorteile aufklären, haben die Chance, sich auf dem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt einen Vorsprung zu verschaffen.

Megan Oxman

Auch geht aus der Befragung, in der 11.000 Konsumenten in Europa, Nordamerika und Lateinamerika befragt wurden, hervor, dass 75 Prozent davon gerne in der Zukunft Embedded Payments nutzen würden. Dabei seien die drei wichtigsten Transaktionsarten in Deutschland das Bezahlen im Internet (34 Prozent), in Geschäften (25 Prozent) und in einer App (20 Prozent).

Der Kunde stoße beim Embedded Payment nicht auf Probleme wie abgebrochene Transaktionen oder lange Wartezeiten bei der Authentifizierung, sagt Oxman. „In gewisser Weise zeichnet sich ein wirklich erfolgreiches Embedded Payment dadurch aus, dass die Transaktion so nahtlos abläuft, dass sie völlig unauffällig ist. Dennoch kann es nicht schaden, das Wissen der Konsumenten über Embedded Payments und deren Vorteile zu heben – vor allem, wenn es darum geht, noch bestehende Missverständnisse auszuräumen.“

Besondere Umsicht sollten Unternehmen und Händler beim Thema Sicherheit walten lassen. Denn: 45 Prozent der Konsumenten in Deutschland gaben Sicherheit als wichtigsten Faktor bei der Auswahl der Zahlungsmethode an. Außerdem glauben nur 23 Prozent, dass Embedded Payments sicherer sind als herkömmliche Zahlungen.

Jüngere Generation ist aufgeschlossener

48 Prozent, die von Embedded Payments gehört haben, befürchten zudem, dass ihnen ein falscher Betrag in Rechnung gestellt werden könnte. Allerdings spielt das Vertrauen zum jeweiligen Händler hier eine große Rolle. So gaben 41 Prozent der Deutschen, die von Embedded Payments gehört haben, an, dass sie dieses Angebot einer traditionellen Bank oder einer Online-Bank vorziehen würden, wenn der Händler vertrauenswürdig ist. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen in Deutschland sind es sogar 47 Prozent.

„Aus den Ergebnissen geht klar hervor, dass es wichtig ist, nicht nur die Schnelligkeit, Einfachheit und Bequemlichkeit von Embedded Payments hervorzuheben, sondern auch zu zeigen, dass die Sicherheit und die Kontrolle der Konsumenten gestärkt werden. Jene Unternehmen, die ihre Kunden über die Vorteile aufklären, haben die Chance, sich auf dem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt einen Vorsprung zu verschaffen.“

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