FinanzBusiness

Ibanfirst erhält Wachstumsfinanzierung von Marlin Equity Partners

Deutschlandchef Mark Elser berichtet im Gespräch mit FinanzBusiness von den Expansionsplänen und wie sich der Eintritt in den deutschen Markt bisher gestaltet.

Mark Elser, Deutschlandchef von Ibanfirst | Foto: Ibanfirst

Der globale Finanzdienstleister Ibanfirst hat von der US-Private-Equity-Gesellschaft Marlin Equity Partners eine Growth Equity Finanzierung erhalten, teilte das Unternehmen mit. Ibanfirst ist eine Online-Plattform für internationalen Zahlungsverkehr, die Zahlungen in über 30 Währungen und Absicherung gegen Wechselkursrisiken ermöglicht.

Über Marlin erhalten wir eine umfassende Finanzierungslinie. Dadurch können wir mit Fremdkapital Zukäufe finanzieren.

Mark Elser, Deutschlandchef von Ibanfirst

Das Unternehmen sei eigentlich in einer Phase, bei der eine klassische Venture-Capital-Finanzierung zum Einsatz kommt, erklärt Mark Elser, Deutschlandchef von Ibanfirst, im Gespräch mit FinanzBusiness. "Über Marlin erhalten wir eine umfassende Finanzierungslinie. Dadurch können wir mit Fremdkapital Zukäufe finanzieren", sagt Elser.

Mit dem Kapital wolle Ibanfirst in Produktentwicklungen, internationale Expansion und M&A investieren, schreibt das Unternehmen in der Mitteilung. "Neben der Expansion in Großbritannien ist die Eröffnung von Büros in Osteuropa ein wesentlicher Schritt. Konkret haben wir Rumänien, Bulgarien und Ungarn auf der Roadmap. Danach Polen und Tschechien, dort haben wir auch schon Mitarbeiter gewinnen können. In Ungarn haben wir aus Frankreich heraus bereits Leute eingestellt", berichtet Elser.

Unternehmensbewertung rund 200 Mio. Euro

Marlin Equity Partners sei mit "etwas über 50 Prozent" nun größter Anteilseigner des Fintechs und ersetzt damit bestehende Business Angels sowie einige der frühen Geldgeber des Unternehmens. Durch die Transaktion stärken Elser zufolge zudem eine Reihe von Altinvestoren ihr bestehendes Commitment, darunter der Wagniskapitalgeber Elaia, Bpifrance Large Venture und Xavier Niel.

Pierre-Antoine Dusoulier, CEO und Gründer von Ibanfirst, wird im Rahmen der neuen Vereinbarung zum zweitgrößten Anteilseigner des Unternehmens. Laut Elser liegt die Unternehmensbewertung aktuell bei knapp 200 Mio. Euro.

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"Die persönliche Kundenbetreuung haben die Banken meiner Ansicht nach aus den Augen verloren", sagt Mark Elser von Ibanfirst 

Mit der bisherigen Entwicklung ist Elser mehr als zufrieden, wie er sagt: "Wir betreuen ein breites Kundenspektrum von kleineren Unternehmen mit einem Umsatz von unter 5 Mio. Euro bis zu mittleren Unternehmen, die 300 Mio. Euro Umsatz erzielen. Das ist für mich ein super Signal, dass wir in jedem Segment gut ankommen. Auch was die Branchen anbelangt, decken wir eine enorme Bandbreite ab: von der Medizintechnik bis zu Kaffeehändlern."

Wir betreuen ein breites Kundenspektrum von kleineren Unternehmen mit unter 5 Mio. Umsatz bis zu mittleren Unternehmen, die 300 Mio. Umsatz erzielen. Das ist für mich ein super Signal, dass wir in jedem Segment gut ankommen.

Mark Elser, Deutschlandchef von Ibanfirst

Bereits 15 Mitarbeiter in Deutschland

"Was das Team anbelangt, sind wir mittlerweile schon 15 Mitarbeiter in Deutschland. Weitere Verträge sind bereits unterschrieben. Ich halte es weiterhin für realistisch, dass wir die Zielmarke von 25 Mitarbeitern bis Ende des Jahres erreichen können", ist er überzeugt. "Die Position der Head of Marketing haben wir mit Tanja Biesinger auch bereits besetzt. Sie kam im März vom französischen Fintech October."

Aktuell wickelt Ibanfirst 2 Mrd. Euro an Zahlungen pro Monat global ab, so Elser - das entspreche einem 100-prozentigen Wachstum gegenüber dem Vorjahr.

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