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42 Prozent der grenzüberschreitenden Zahlungen im Swift-Netzwerk werden innerhalb von fünf Minuten durchgeführt

Die Plattform für Transaktionsmanagement will laut Strategiechef David Watson die Entwicklungen seit Start der Global Payments Innovation (GPI) Initiative vor fünf Jahren nutzen, um das Management von Echtzeittransaktionen weiter zu verbessern.

Logo von Swift | Foto: Swift

Swift, Plattform für grenzüberschreitende Echtzeittransaktionen, justiert ihre Strategie. Das berichtet David Watson, Chief Strategy Officer von Swift, im Interview mit der Börsen-Zeitung.

Der Grund für die Neuausrichtung liege in der dynamischen Entwicklung des Transaktionsmarkts: Einheitliche Formate im Financial Messaging hätten in der Vergangenheit effiziente, grenzüberschreitende Transaktionen für Zahlungen, Handelsfinanzierung, Devisen oder Wertpapiere ermöglicht - heute gebe es neue "Triebkräfte eines Wandels", sagt Watson.

Zwischenstufen entfallen

Diese umfassten die Disintermediation durch neue Marktteilnehmer in allen Trans­aktionsfeldern, gleich ob sie alte oder neue Technologien nutzen. Das seien zwar oft in sich effiziente, aber auch geschlossene Systeme, so­genannte Closed Loops, die damit das Risiko einer Zahlungsverkehrslandschaft mit vielen Insellösungen wie damals in den 1970er Jahren bergen.

"Als Kooperative sehen wir es aber als unsere Aufgabe, die Interoperabilität weltweit aufrechtzuerhalten, also auch die neuen Systeme nahtlos zu integrieren. Der zweite Faktor ist der sich wandelnde Markt und der Kundenwunsch nach Echtzeitzahlungen, voraussehbaren Kosten und Transparenz", erklärt er.

Regulierung und Compliance als Kostentreiber

Auch der erhöhte Aufwand infolge von Regulierung, Compliance und Digitalisierung spiele eine Rolle - diese Treiber erhöhten die Kosten für alle Marktteilnehmer "enorm", ist der Strategiechef überzeugt. "Das mündet in den 'perfect storm of opportunity', also den perfekten Zeit­punkt für eine Weiterentwicklung unseres Lösungsportfolios", sagt Watson.

Bereits heute bieten wir beispielsweise Sanktionslisten- und Embargoprüfungen an mit dem Vorteil, dass Marktteilnehmer ihre compliancegetriebenen Dienste effizient bei uns abwickeln und eigene Innovationen und Produkte auf dieser Basis passend für ihre Kunden aufbauen können.

David Watson, Chief Strategy Officer von Swift

Swift wolle demnach seine Kerndienstleistungen stärken: "Wir gehen über die Übermittlung von Finanznachrichten hinaus und reichern diese mit zusätzlichen Daten und Mehrwertdiensten an. Bereits heute bieten wir beispielsweise Sanktionslisten- und Embargoprüfungen an mit dem Vorteil, dass Marktteilnehmer ihre compliancegetriebenen Dienste effizient bei uns abwickeln und eigene Innovationen und Produkte auf dieser Basis passend für ihre Kunden aufbauen können", erklärt er.

Weiterentwicklung der Plattform auf Basis der GPI

In den vergangenen fünf Jahren habe die Global Payments Innovation (GPI) Initiative von Swift den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr grundlegend verändert. Die Entwicklung der Plattform von Swift baue auf dieser Basis auf. Die Märkte seien reif dafür, die Technologien verfügbar, so Watson.

56 Prozent der Zahlungen innerhalb von 30 Minuten

GPI von Swift ermögliche es, Zahlungen in Echtzeit ("Realtime") zu verfolgen und schaffe damit neue Transparenz mit durchgängiger Nachverfolgung (End-to-End Tracking) - das habe zu einer "wesentlichen Beschleunigung" grenzüberschreitender Zahlungen im Korrespondenzbankensystem beigetragen, berichtet Watson.

42  Prozent der grenzüberschreitenden Zahlungen im Netzwerk würden heute innerhalb von fünf Minuten durchgeführt, 56  Prozent innerhalb von 30 Minuten und fast 100 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Das sei ein signifikanter Fortschritt in den vergangenen fünf Jahren. "Wir ruhen uns auf diesem Erfolg aber nicht aus, sondern unterstützen die Finanzindustrie weiter", kündigt er an.

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