EZB-Chefvolkswirt: US-Notenbank kein Vorbild - Isabel Schnabel liegt falsch

Philip Lane möchte keine turnusmäßigen Zinsprognosen nach dem Muster der Fed veröffentlichen.
Philip Lane sieht die Gefahr politischer Einflußnahme. | Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Bce
Philip Lane sieht die Gefahr politischer Einflußnahme. | Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Bce

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hat sich gegen Überlegungen ausgesprochen, turnusmäßig Zinsprognosen nach dem Muster der US-Notenbank zu veröffentlichen. Das würde den Eindruck größerer Sicherheit beim Ausblick erwecken als es tatsächlich der Fall wäre, sagte Lane auf einer Ökonomen-Konferenz in Dubrovnik. 

”Wir sind ziemlich entschlossen, keinen nach vorne gerichteten geldpolitischen Pfad zu veröffentlichen, keinen ’Dot Plot’ zu erstellen”, sagte Lane. Die US-Notenbank publiziert einmal im Quartal Zinsprognosen ihrer Führungsmitglieder in einer anonymisierten Punkte-Grafik - in der Fachwelt als ”Dot Plot” bezeichnet.

Türöffner für politischen Druck

EZB-Direktorin Isabel Schnabel hatte im April in einer Rede die Idee vorgetragen, eine Art Dot Plot der Euro-Wächter zum künftigen Zinspfad zu veröffentlichen. Insidern zufolge regierten viele Währungshüter auf den Vorstoß kritisch. Sie befürchteten, dass dies ein Türöffner werden könne für politischen Druck seitens ihrer jeweiligen nationalen Regierungen.

Keine namentliche Zuordnung in den USA

In den USA lassen sich die Dot-Plot-Beiträge der einzelnen Fed-Vertreter in der Grafik zwar nicht namentlich zuordnen. Dennoch versuchen Analysten stets herauszufinden, welcher Prognose-Punkt welchem Fed-Vertreter zuzuordnen ist. 

Insidern zufolge befürchten Euro-Wächter, Politiker könnten feststellen wollen, welcher Prognose-Punkt dem Notenbank-Gouverneur ihres Landes zuzuordnen sei. Dieser könne womöglich zu Zinsprognosen aufgefordert werden, die der jeweiligen Regierung passten.

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