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DZ Bank hält sich bei Zukunftsaussichten zurück

Aufgrund des Ukraine-Kriegs ist die Bank vorsichtig, was das Ergebnis des laufenden Jahres betrifft. Das Institut schraubt die Erwartungen lieber zurück und rechnet mit einem Gewinn von rund 1,5 Mrd. Euro.

DZ Bank Co-Chef Uwe Fröhlich. | Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert

Angesichts des Ukraine-Kriegs stapelt die DZ Bank lieber tiefer: ”Wir gehen derzeit von einem Ergebnis der DZ-Bank-Gruppe im Jahr 2022 am unteren Ende unserer nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis 2 Mrd. Euro aus”, sagte Co-Chef Uwe Fröhlich laut der ”Börsen-Zeitung” auf der Hauptversammlung am Mittwoch.

Die Rückgänge am Aktienmarkt und der starke Anstieg der Zinsen im laufenden Jahr werden Fröhlich zufolge schlecht einschätzbare mögliche Zweit- und Drittrundeneffekte für Akteure im Wirtschaftsleben haben. Das mache Prognosen schwierig. Die Erstrundeneffekte hält er dafür für stemmbar.

Wir müssen unseren während der Pandemie entfalteten Digitalisierungsschub nicht nur fortsetzen – wir müssen ihn verstärken!

Uwe Fröhlich, DZ Co-Chef

Trotz all der Hürden will die Bank nach vorne schauen. Das Thema Nachhaltigkeit lasse sich ohne Digitalisierung und Innovation nicht bewältigen. ”Wir müssen unseren während der Pandemie entfalteten Digitalisierungsschub nicht nur fortsetzen – wir müssen ihn verstärken! Denn nicht nur wir, sondern auch die anderen haben in den vergangenen zwei Jahren massiv in IT investiert”, sagt Fröhlich. Trotzdem sei Deutschland weltweit betrachtet nur im Mittelfeld unterwegs, was sich ändern müsse.

Geändert hat sich unterdessen schon das Anlageverhalten der Deutschen. Die Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland dürften einer Hochrechnung der DZ Bank zufolge in diesem Jahr weniger stark steigen als in den vergangenen Jahren. Dennoch rechnet DZ-Ökonom Michael Stappel damit, dass die Marke von acht Billionen Euro überschritten wird.

In diesem Jahr dürfte sich der Vermögensaufbau mit nur noch 2,3 Prozent spürbar verlangsamen.

DZ-Analyse

In den vergangenen beiden Jahren sorgten hohe Ersparnisse der Bürgerinnen und Bürger sowie steigende Börsenkurse für einen Anstieg des privaten Geldvermögens um 6,7 Prozent beziehungsweise 8,4 Prozent binnen Jahresfrist.

”In diesem Jahr dürfte sich der Vermögensaufbau mit nur noch 2,3 Prozent spürbar verlangsamen”, so die DZ-Analyse. Verantwortlich seien unter anderem Kurskorrekturen auf den Aktienmärkten infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine. Dazu kommen Probleme in den Lieferketten der Industrie sowie die erwartete Zinswende.

Sparen immer noch im Trend

Auch die in der Pandemie in die Höhe geschnellte Sparquote werde sich wieder normalisieren - wenn auch nicht in dem Maße, wie Anfang des Jahres zu erwarten gewesen sei, prognostiziert Stappel. ”Ohne den Ukraine-Krieg hätte das Auslaufen der Corona-Beschränkungen ab diesem Frühjahr voraussichtlich zu einer Belebung des Konsums geführt, und die Sparquote wäre deutlich unter ihren langjährigen Durchschnitt gefallen. So dürfte sich die Sparquote 2022 und 2023 mit rund 10 Prozent nahe des Durchschnittsniveaus einpendeln.”

Das heißt: Je 100 Euro verfügbarem Einkommen legen die privaten Haushalte weiter 10 Euro auf die hohe Kante. 2020 erreichte die Quote mit 16,1 Prozent des verfügbaren Einkommens einen Rekord und blieb auch 2021 mit 15 Prozent auf vergleichsweise hohem Niveau.

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