FinanzBusiness

Der Prozess um die Miesbacher Sparkassenaffäre geht in die nächste Runde

Der in der Miesbacher Sparkassenaffäre verurteilte ehemalige Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee will Revision einlegen. Er hatte in einem zweiten Prozess erneut eine Bewährungsstrafe erhalten.

Georg Bromme (M), ehemaliger Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, steht zum Auftakt im neuem Prozess am Landgericht München II um die Miesbacher Sparkassenaffäre zwischen seinen Anwälten Stefanie Lajtkep (l) und Robert Jofer (r). | Foto: picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Nach einer erneuten Bewährungsstrafe im Zusammenhang mit der sogenannten Miesbacher Sparkassenaffäre legt der ehemalige Vorstandschef der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee Revision ein. Dafür habe man sich nach ausführlicher Diskussion entschieden, teilte der Anwalt von Georg Bromme der Deutschen Presse-Agentur mit.

Er wolle nun zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten, gehe aber davon aus, dass auch die Staatsanwaltschaft ihrerseits Revision einlegen werde.

Unterschiedliche Strafen

In einem neuen Prozess um teure Geschenke auf Kosten der Kreissparkasse hatte das Landgericht München II Bromme vor einer Woche erneut wegen Untreue verurteilt. Der ehemalige Vorstandschef bekam allerdings mit einem Jahr und acht Monaten eine um zwei Monate höhere Strafe als im ersten Prozess. Der Ex-CSU-Landrat und frühere Aufsichtsratschef Jakob Kreidl hingegen erhielt erneut elf Monate. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess allerdings höhere Haftstrafen verlangt.

Wieder Bewährungsstrafen in Miesbacher Sparkassenaffäre

Der lockere Umgang mit den Sparkassen-Geldern hatte vor knapp zehn Jahren für erheblichen Wirbel gesorgt. Für Zehntausende Euro reiste man in Fünf-Sterne-Hotels und genoss einen ”James-Bond-Ausflug” mit Gondelfahrt, man lud zu einer Geburtsparty, trank Hunderte Euro teuren Wein, spendierte Beauty-Anwendungen für Ehefrauen.

Bromme und Kreidl mussten sich schon zuvor einmal wegen der Affäre um teure Geschenke, luxuriöse Reisen und Geburtstagspartys auf Kosten der Bank verantworten. Bromme und die Staatsanwaltschaft hatten gegen das damalige Urteil Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof bestätigte 2021 die Urteile des Landgerichts weitgehend. Bei einigen Vorwürfen aber sahen die Karlsruher Richter erneuten Verhandlungsbedarf.

Miesbacher Sparkassenaffäre wird neu aufgerollt

Mehr von FinanzBusiness

Digitalisierung sorgt für neue Verbündete

Auf der Handelsblatt-Tagung „Zukunft Retail Banking 2022“ berichten Marion Höllinger, Philipp Gossow und Thomas Schauffler über ihren Blick auf das Filialgeschäft. An das Ende der Bankfiliale glauben sie nicht, aber an eine Weiterentwicklung.

Unicredit prüft den Ausstieg aus Russland

Die italienische Großbank will ihre russische Tochtergesellschaft dem Vernehmen nach verkaufen - hält sich aber auch eine Rückkauf-Option offen, für den Fall, dass sich die Lage in Russland wieder stabilisiert.

Genossen bringen Wallet auf den Weg

Die genossenschaftlichen Banken wollen ihrer Kundschaft den Handel mit und das Verwahren von Krypto-Assets grundsätzlich ermöglichen, dies hat der Verband entschieden. Der IT-Dienstleister Atruvia und die DZ Bank arbeiten an einem entsprechenden Produkt. Es soll im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten