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OSV-Päsident Ludger Weskamp sieht keine erfolgreiche EPI-Zukunft mehr

Verantwortlich für den Misserfolg sind laut dem Verbandschef sowohl die Kreditwirtschaft als auch die Politik. In kleiner Runde will er aber über das Projekt weiterreden.

Ludger Weskamp, OSV-Präsident. | Foto: OSV

Die ostdeutschen Sparkassen rechnen nicht mehr mit einem durchschlagenden Erfolg der europäischen Zahlungssystem-Initiative EPI. ”Eine umfassende europäische Lösung sehe ich nicht mehr”, sagte der neue Präsident des Branchenverbands OSV, Ludger Weskamp, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. ”Das ist schade und eine verpasste Chance - von Seiten der Kreditwirtschaft, aber auch der Politik.” Der OSV-Chef gab sich ernüchtert. ”Wir loten gerade mit den verbliebenen Partnern aus, was man noch machen kann”, sagte Weskamp. ”Wir setzen uns in den nächsten ein, zwei Monaten zusammen und schauen konkret: Was geht noch im kleineren Kreis, das wirtschaftlich ist und die Grundidee verfolgt.”

Ziel ist mehr Unabhängigkeit vom Ausland

Das Projekt European Payments Initiative (EPI) sollte Europa unabhängiger von ausländischen Zahlungsdienstleistern machen. Bei Kreditkarten sind die US-Konzerne MastercardMA.N und VisaV.N in der EU dominierend. Auch bei digitalen Zahlungen ist der Markt stark geprägt von US-Anbietern wie Apple Pay und oder PaypalPYPL.O. Weskamps Vorgänger Michael Ermrich hatte sich im Dezember 2021 noch zuversichtlich zu EPI geäußert. ”Ich bin optimistisch, dass wir das hinbekommen”, hatte Ermrich im Reuters-Interview gesagt. Aber seitdem haben sich weitere Banken aus dem Projekt verabschiedet, zuletzt auch die Commerzbank und die DZ Bank.

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