FinanzBusiness

Neue Sanktionen der EU treffen weitere russische Banken

Die EU-Kommission plant neue, umfangreiche Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs. Die geplanten Maßnahmen zielen neben der Sberbank auf zwei weitere russische Institute.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen | Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Jean-Francois Badias

Die EU-Kommission schlägt angesichts des andauernden Kriegs in der Ukraine ein sechstes Sanktionspaket gegen Russland vor. Das beinhaltet nicht nur ein umfassendes Öl-Embargo - auch weitere Banken sollen mit Sanktionen belegt werden.

Dadurch treffen wir Banken, die für das russische Finanzsystem relevant sind, und schränken Putins Fähigkeit zu weiteren Zerstörungen ein.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Die Sberbank und zwei weitere russische Banken sollen aus dem Zahlungssystem Swift ausgeschlossen werden. ”Dadurch treffen wir Banken, die für das russische Finanzsystem relevant sind, und schränken Putins Fähigkeit zu weiteren Zerstörungen ein”, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. ”Hierdurch wird die vollständige Isolierung des russischen Finanzsektors vom globalen System zementiert.”

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters handelt sich bei den beiden weiteren Banken um die Credit Bank of Moscow und die Russian Agricultural Bank.

Die mehrheitlich staatliche Großbank Sberbank und ihre europäische Tochter waren bereits von den Vereinigten Staaten mit Sanktionen belegt worden. Daraufhin musste die Sberbank Europe auf Anweisung der Europäischen Zentralbank (EZB) ihren Betrieb einstellen und wird nun abgewickelt. Sie verfügte zuletzt über rund 65.000 Kunden, darunter laut Medienberichten auch etwa 35.000 deutsche.

Sberbank Europe wird abgewickelt

Sberbank Europe muss Betrieb einstellen

Öl-Embargo und Sanktionen für Wirtschaftsprüfer und Berater

Gleichzeitig dehnt die EU auch andere Wirtschaftssanktionen gegen Russland aus. ”Wir schlagen jetzt ein Embargo für russisches Öl vor. Dabei geht es um ein vollständiges Einfuhrverbot für sämtliches russisches Öl”, sagte von der Leyen im Europaparlament. Man wolle russische Rohöllieferungen innerhalb von sechs Monaten und den Import raffinierter Erzeugnisse bis Ende des Jahres auslaufen lassen. Auch europäische Wirtschaftsprüfer, Berater und sogenannte Spin-Doktoren sollen nicht mehr für russische Unternehmen und den Kreml von Präsident Wladimir Putin arbeiten dürfen.

”Auf diese Weise maximieren wir den Druck auf Russland und halten gleichzeitig Kollateralschäden für uns und unsere Partner weltweit möglichst gering”, erklärte die deutsche Politikerin. ”Denn wenn wir der Ukraine helfen wollen, muss unsere eigene Wirtschaft stark bleiben.” Zudem sollen nach RT und Sputnik drei weitere russische Staatssender mit verboten werden.

Die 27 EU-Mitgliedstaaten müssen dem Vorschlag der Kommission noch geschlossen zustimmen. Vor allem Ungarn hat bereits Vorbehalte angemeldet.

Mehr von FinanzBusiness

Banken sehen sich für beginnenden Geldboten-Streik gewappnet

Während Dortmunder Volksbank und Stadtsparkasse München sich gut vorbereitet wähnen, ist man bei der Hamburger Sparkasse und der Nassauischen Sparkasse gar nicht vom Warnstreik betroffen. Größere Institute wie Commerzbank und ING empfehlen Kunden im Vorfeld bereits den Umstieg auf andere Zahlweisen.

Sparkassen halten zu Verbandsentscheidung

Der Deutsche Sparkassen und Giroverband (DSGV) hat den Kryptowährungen beziehungsweise dem Handel damit eine Absage erteilt. Eine Umfrage von FinanzBusiness zeigt: Die einzelnen Sparkassen sehen das ähnlich.

Bitpanda dementiert abweichende Zahl der Kündigungen

Offiziell heißt es, Bitpanda habe rund 270 Mitarbeitern gekündigt. Im Netz kursierende, stark abweichende Zahlen bezeichnet das Unternehmen als ”reine Spekulation”. Auch zum Tag des Rauswurfs äußert sich Bitpanda gegenüber FinanzBusiness.

Stühlerücken im Vorstand der Solarisbank

Wie geplant zieht Payment-Expertin Chloé Mayenobe in den Vorstand des Fintech ein - übernimmt aber auch mehr Aufgaben. Gleichzeitig verlässt Chief Commercial Officer Jörg Diewald den Banking-as-a-Service-Anbieter ”aus persönlichen Gründen”.

Lesen Sie auch

Mehr dazu