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Deutsche Bank startet mit Milliardengewinn ins Jahr

Deutschlands größte Privatbank steigert die Konzernerträge im ersten Quartal um ein Prozent auf 7,3 Mrd. Euro. Alle Geschäftsbereiche verzeichneten einen Gewinnsprung.

Fahnen mit dem Logo der Deutschen Bank. | Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert

Die Deutsche Bank hat trotz der gestiegenen Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine im Auftaktquartal einen Gewinnzuwachs erzielt. ”Die Ergebnisse aller Geschäftsbereiche liegen im oder über dem Plan, und wir haben unseren höchsten Quartalsgewinn seit neun Jahren erzielt”, erklärte Vorstandschef Christian Sewing zur Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Jahresviertel.

Die Ergebnisse aller Geschäftsbereiche liegen im oder über dem Plan, und wir haben unseren höchsten Quartalsgewinn seit neun Jahren erzielt.

Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank

Deutschlands größtes Geldhaus verdiente unter dem Strich - nach Abzug von Zinsen für Nachranganleihen - 1,06 Mrd. Euro nach 908 Mio. Euro vor Jahresfrist. Analysten hatten im Schnitt nur rund 950 Mio. Euro erwartet. Die Deutsche Bank konnte damit bereits das siebte Gewinnquartal in Folge ausweisen.

In der Kernbank lag der Vorsteuergewinn bei 2,0 Mrd. Euro, die Nachsteuerrendite auf das durchschnittliche materielle Eigenkapital bei 10,7 Prozent und die Aufwand-Ertrag-Relation bei 69 Prozent. Alle Geschäftsbereiche verzeichneten einen Gewinnanstieg.

Die Konzernerträge stiegen um ein Prozent auf 7,3 Mrd. Euro. ”Damit sind wir in einer guten Position, um unsere Ziele für dieses Jahr zu erreichen”, erklärte Finanzchef James von Moltke.

Investmentbanker bleiben stark

Besonders stark legte das Ergebnis der Unternehmensbank zu: Es wuchs um 11 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. Aber auch die Investmentbanker legten ein starkes Ergebnis vor - obwohl ihr Beitrag laut der Konzernstrategie eigentlich kleiner werden soll.

Konzernchef Sewing hatte im Sommer 2019 einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet. Ganze Abteilungen wurden geschlossen. Die Bank trennte sich von besonders riskanten Teilen des Investmentbanking und leitete harte Sparschritte ein.

Deutsche Bank beschwört Kostendisziplin

Im laufenden Jahr soll eine Nachsteuerrendite (ROTE) von acht Prozent erreicht werden. Bis 2025 soll sie dann auf mehr als zehn Prozent zulegen. Zudem strebt das Institut ein durchschnittliches jährliches Ertragswachstum zwischen 3,5 und 4,5 Prozent beginnend mit 2021 an. Gelingt dies, würden die Erträge bis 2025 auf rund 30 Mrd. Euro steigen.

Deutsche Bank schraubt ihre Ziele nach oben

Russland-Risiken verringert

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg im ersten Quartal auf 292 Mio. Euro, nach 69 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Das Risiko gegenüber Russland hat die Bank angesichts des Kriegs in der Ukraine im ersten Quartal verringert: Das Brutto-Kreditengagement wurde um 5 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro reduziert – ”mit einer minimalen Risikoposition in Russland selbst”, wie die Bank mitteilt. Der Rest entfalle auf Kredite an russische Tochtergesellschaften von internationalen Unternehmen, die vorwiegend durch Garantien der Muttergesellschaften abgesichert seien.

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