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EZB-Aufsicht sieht begrenztes Engagement europäischer Banken in Russland

Das direkte Engagement scheint insgesamt managebar, sagte Andrea Enria auf einer Finanzkonferenz. Auch die UniCredit hatte zuvor ihren Rückzug angekündigt.

Andrea Enria | Foto: picture alliance / Wolfgang Minich

Die Geldhäuser der Euro-Zone können aus Sicht von EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria die Folgen des Ukraine-Kriegs für ihr Russland-Geschäft insgesamt verkraften. "Das direkte Engagement scheint insgesamt managebar zu sein", sagte Enria auf einer Online-Finanzkonferenz der US-Bank Morgan Stanley.

Selbst in einem Extremszenario, in welchen die Institute ihre russischen Töchter aufgeben, seien die Belastungen bewältigbar. Dies hänge auch damit zusammen, dass die meisten russischen Töchter in lokalen Währungen finanziert seien. Zudem wiesen die europäischen Institute solide Kapitalpositionen auf. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist für die Kontrolle der Großbanken im Währungsraum zuständig.

Die Institute verringern zudem diese Engagements, wickelten Positionen ab.

Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht

"Die Institute verringern zudem diese Engagements, wickelten Positionen ab", sagte Enria. Manche Großbanken der Euro-Zone prüfen inzwischen, ob sie sich ganz aus Russland zurückziehen wollen. Vor Enrias Auftritt hatte beispielsweise UniCredit-Chef Andrea Orcel auf der Konferenz mitgeteilt, die italienische Bank erwäge einen Ausstieg aus dem Russland-Geschäft. Das zweitgrößte Finanzinstitut Italiens gehört zu den europäischen Instituten, die besonders stark in Russland engagiert sind.

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hatte Schockwellen in der Bankenbranche ausgelöst. Die Aktienkurse von europäischen Instituten mit starkem Engagement in Russland, zu denen neben Unicredit unter anderem die französische Societe Generale und die österreichische Raiffeisen Bank International zählen, hatten zeitweise deutliche Einbußen verzeichnet. Anleger befürchten hohe Abschreibungen und Ertragseinbußen.

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