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Deutsche Bank lässt IT-Zentrum in Russland wohl vorerst weiterlaufen

Nachdem die BNP Paribas Insidern zufolge den IT-Zugang von Mitarbeitern in Russland gekappt hat, sieht Deutschlands größtes Geldhaus dafür gegenwärtig noch keine Notwendigkeit. Auf Nachfrage blieb das Institut allerdings vage.

Büro der Deutschen Bank in Moskau (Aufnahme von 2015) | Foto: picture alliance / dpa | Vyacheslav Prokofyev

Die Deutsche Bank hat aktuell wohl nicht vor, ihr IT-Zentrum in Moskau zu schließen. Die operationellen Risiken aus einer möglichen Schließung des Technologiezentrums der Bank in Russland seien zudem ”sehr begrenzt”, teilte die Bank in einem Statement mit.

Fünf Prozent der Technologie-Mitarbeiter weltweit

Auf die Frage, ob die Bank eine Schließung ernsthaft in Erwägung zieht, wollte sich ein Sprecher gegenüber FinanzBusiness nicht äußern. Es handele sich ”nur um eines von mehreren Technologiezentren der Bank weltweit”, heißt es in der Stellungnahme weiter - ein Ausfall stelle deshalb kein wesentliches Risiko für den globalen Geschäftsbetrieb dar.

Das Zentrum in Russland beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter, was immerhin rund fünf Prozent der weltweiten Belegschaft (einschließlich externer Mitarbeiter) im Bereich Technologie entspricht. Die Bank sieht die Risiken als überschaubar an und habe überprüft, dass ihre Technologiezentren an den anderen Standorten - unter anderem in Asien - die Entwicklungskapazitäten des russischen Standorts übernehmen können.

BNP Paribas kapselt russische Mitarbeiter von System ab

Zuvor wurde bekannt, dass die BNP Paribas Mitarbeiter in Russland aus Angst vor Cyberangriffen von ihrem internen IT-System abgeklemmt hat. Die Belegschaft in Moskau habe seit der vergangenen Woche keinen Zugang mehr zu den Systemen und es sei unklar, wann sie wieder darauf zugreifen könne, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

”In der aktuellen geopolitischen Lage werden sich Cyberangriffe wahrscheinlich häufen”, hieß es in Nachrichten der Bank an Top-Manager, in die Reuters Einblick hatte. Wegen des Angriffs Russlands auf die Ukraine haben Behörden und Technologiekonzerne wiederholt vor russischen Hackerangriffen gewarnt.

Auch an anderen BNP-Standorten seien Mitarbeiter in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden, wie aus einem internen Memo hervorgehe. BNP Paribas hat weniger als 500 Angestellte in Russland, weltweit beschäftigt die Bank mehr als 190.000 Menschen. Ein BNP-Sprecher teilte mit, die Bank sei eine der am wenigsten aktiven internationalen Banken in Russland und halte sich strikt an die gegen das Land verhängten Sanktionen.

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