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Klimapläne von Europas größten Banken bleiben zu ungenau

Eine Studie von Shareaction kritisiert, das die größten 25 europäischen Banken bei der Erreichung der Klimaziele nicht konkret genug werden. Das gilt auch für Deutsche Bank, Commerzbank und DZ Bank.

Klima-Demo in Hamburg | Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Während 20 der 25 größten europäischen Banken sich verpflichtet haben, bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, hat noch keine von ihnen diese langfristigen Ambitionen mit umfassenden konkreten Plänen zur Abwendung des Klimawandels verbunden.

Das ist das Ergebnis einer Studie von Shareaction, einer Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Großbritannien. Sie hat untersucht, inwieweit sich die 25 größten Kreditinstitute in Europa an die Netto-Null-Ziele anpassen. Konkret schauten sie sich die Transparenz über die Kohlendioxid-Emissionen, den Umgang mit bestimmten Branchen wie Kohle, Öl und Gas, Schifffahrt und Biomasse, den Schutz der Biodiversität sowie die Vergütung von Führungskräften an.

Zwar nehmen einige Banken bei bestimmten Themen eine Vorreiterrollen ein. Allerdings hat laut Shareaction noch keine europäische Bank einen umfassenden Plan, um Nachhaltigkeit in allen Bereichen zu gewährleisten.

Es gibt keine Entschuldigung für Banken, die noch nicht die führenden Praktiken ihrer Konkurrenten übernommen haben.

Xavier Lerin, Senior Banking Analyst bei Shareaction

"Unsere Untersuchung zeigt, dass es eine große Diskrepanz zwischen den Referenzen der Vorreiter und der Nachzügler bei den einzelnen Umweltthemen gibt", sagt Xavier Lerin, Senior Banking Analyst und einer der Autoren des Berichts in einer Mitteilung. "Es gibt keine Entschuldigung für Banken, die noch nicht die führenden Praktiken ihrer Konkurrenten übernommen haben. Allerdings ist auch anzumerken, dass in vielen Fällen selbst die führenden Praktiken in diesem Sektor die grundlegenden Lackmustests in Bezug auf Klima und biologische Vielfalt nicht bestehen."

Ziele, aber keine konkreten Schritte

So haben sich etwa 20 der 25 größten europäischen Banken verpflichtet, bis spätestens 2050 keine Emissionen mehr in ihren Portfolios zu verursachen. Aber nur sehr wenige haben begonnen, konkretere Schritte zur Erreichung dieses Ziels zu unternehmen.

Das gilt auch für die deutschen Institute, die von der Studie erfasst werden. Commerzbank, Deutsche Bank und DZ Bank haben sich über die Net-Zero Banking Alliance dazu verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein. Allerdings haben auch sie der Studie zufolge noch keine konkreten Schritte unternommen, um dieses Ziel zu erreichen. So haben sie laut Shareaction unter anderem noch kein konkretes Enddatum für die Finanzierung von Kohleförderung und -verstromung gesetzt.

Zudem haben die drei deutschen Banken noch keinen konkreten Plan vorgelegt, wie sie die von ihnen finanzierten Emissionen bis 2030 halbieren wollen, um bis 2050 klimaneutral zu sein. Bislang haben das der Studie zufolge europaweit nur drei Institute getan: Lloyds, NatWest und Nordea.

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