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Deutsch-italienischer Konflikt um ESMA-Spitze

Die Italienische Regierung will den Posten mit Carmine Di Noia besetzen, vor allem Deutschland kritisiert aber die angedachte Personalie.

Steven Maijoor, ehemaliger Vorsitender der ESMA | Foto: picture alliance / dpa | Olivier Hoslet

Italiens Regierung erhöht den Druck, die Spitze der europäischen Finanzmarktaufsicht ESMA mit einem Italiener zu besetzen, berichtet die Börsen-Zeitung. Wirtschaftsminister Daniele Franco habe sich ungewöhnlich klar für Carmine Di Noia, derzeit Kommissar der italienischen Börsenaufsicht Consob, ausgesprochen. Auch der ESMA-Rat habe sich klar für den Italiener ausgesprochen.

Seit Monaten wird um den ESMA-Posten gestritten, ohne dass eine Einigung gefunden wurde. Der Posten ist seit Ende der Amtszeit des Niederländers Steven Maijoor Ende März vakant und wird kommissarisch von Anneli Tuominen geführt.

Große Unterstützung aus Südeuropa für Di Noia

Di Noia hat internationale Erfahrung, ist Vorsitzender des Ausschusses für Marktanalyse der ESMA und war laut Börsen-Zeitung immer wieder als Nachfolger des betagten und sehr europakritischen Consob-Chefs Paolo Savona im Gespräch. Angeblich hat Di Noia habe eine Mehrheit von 17 der 27 EU-Staaten, vor allem Staaten des "Club Med" hinter sich.

Di Noia sagte im Februar bei einem Interview der Börsen-Zeitung, er trete für eine schnelle Realisierung der Kapitalmarktunion, eine Ausweitung der Rolle der ESMA als Supervisor und die Übertragung weiterer Verantwortlichkeiten an die ESMA ein. Damit stößt er jedoch in Deutschland auf Kritik.

Bundesregierung unterstützt Verena Ross

Berlin unterstützt seine Konkurrentin, die Deutsche Verena Ross, die zehn Jahre lang bis Ende Mai ESMA-Exekutivdirektorin war und über langjährige Erfahrung in der britischen Finanzaufsicht verfügt. Genau dies ist nach italienischer Interpretation ein Nachteil: Die Nähe zu Großbritannien sei "nicht optimal".

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