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NRW Bank steigert Fördervolumen in 2020 um 65 Prozent

Das Betriebsergebnis sei mit knapp 308 Mio. Euro und einer Steigerung von rund 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr "in Ordnung", sagte Vorstandsvorsitzender Eckhard Forst im Jahrespressegespräch.

Vorstand der NRW Bank (v.l.n.r.): Michael Stölting, Gabriela Pantring, Eckhard Forst (Vorsitzender), Dietrich Suhlrie | Foto: NRW Bank / Christian Lord Otto

Die NRW Bank hat im Corona-Jahr 2020 Fördermittel in Höhe von 17 Mrd. Euro vergeben - das entspricht einem Zuwachs von 65 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Davon waren 3,9 Mrd. Euro Corona-Hilfen, teilte die Förderbank aus Düsseldorf mit.

"Das ist ungeheur viel, zeigt aber gleichzeitig: Auch ohne die Corona-Hilfen zu berücksichtigen, ist der Rest der Fördermittel ebenfalls angewachsen - in jedem Förderfeld", kommentierte Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW Bank, im digitalen Jahrespressegespräch. Über 13.000 neue Kredite seien vergeben worden. "Ich bin ungeheuer stolz auf die Teams, dass sie das geschafft haben - ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten", sagte er.

Nach einzelnen Segmenten aufgeteilt, ergaben sich folgende Fördervolumina:

  • Förderfeld Wirtschaft: 5,6 Mrd. Euro (Vj.: 2,7 Mrd. Euro)
  • Förderfeld Wohnraum: 3,7 Mrd. Euro (Vj.: 2,6 Mrd. Euro)
  • Förderfeld Infrastruktur/Kommunen: 7,6 Mrd. Euro (Vj.: 4,9 Mrd. Euro)
  • Förderthema Energiewende/Umweltschutz: 4,3 Mrd. Euro (Vj.: 1,6 Mrd. Euro)

Die Mittel aus dem Programm "Gute Schule" wurden vollständig abgerufen, heißt es weiter. Damit seien in den letzten vier Jahren plangemäß insgesamt 2 Mrd. Euro über dieses Programm in die nordrhein-westfälische Schulinfrastruktur investiert worden. Darüber hinaus seien im Jahr 2020 weitere 73,6 Mio. Euro über das Programm "Moderne Schule" finanziert worden. Dieses Programm steht den Kommunen seit Anfang 2021 mit negativen Zinsen zur Verfügung.

Zusätzlich setzte die NRW Bank 10.000 Tilgungsaussetzungen und Stundungen um, sagte Forst.

Forst bezeichnet operatives Ergebnis als "ordentlich"

Beim operativem Ergebnis zeigte sich Forst zufrieden. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um knapp 61 Mio. Euro auf 719 Mio. Euro. Auch der Provisionsüberschuss konnte mit einem Plus von 4,3 Mio. Euro leicht gesteigert werden auf insgesamt 82,9 Mio. Euro.

Die operativen Erträge beliefen sich auf rund 580 Mio. Euro und lagen knapp 27 Prozent über Vorjahresniveau. Somit erreichte die Förderbank ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 307,7 Mio. Euro. Die Risikovorsorge erhöhte die Förderbank um 60 Prozent auf knapp 290 Mio. Euro.

Wir waren verblüfft zu sehen: Die Zahlen sind trotz des für Deutschland schwierigen Jahres dennoch ordentlich. Unser Betriebsergebnis ist in Ordnung.

Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender, NRW Bank

"Wir waren verblüfft zu sehen: Die Zahlen sind trotz des für Deutschland schwierigen Jahres dennoch ordentlich. Unser Betriebsergebnis ist in Ordnung", gab er sich zufrieden. Der Jahresüberschuss sank um 1,3 Mio. Euro auf knapp sieben Mio. Euro.

Die Bilanzsumme erhöhte sich "geringfügig", so Eckhard, auf 155,8 Mrd. Euro zum Bilanzstichtag.

Zur Hochphase ging alle 15 Sekunden ein Anruf ein

Neben der finanziellen Unterstützung sei die Beratung besonders gefragt gewesen, berichtete der Vorstandsvorsitzende. Über alle Zielgruppen hinweg wurden 44.200 Beratungen durchgeführt - ein Plus von knapp 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vor einem Jahr hätte ich gesagt, das ist nicht zu schaffen - diese dramatische Steigerung bei den Beratungen.

Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender, NRW Bank

"Vor einem Jahr hätte ich gesagt, das ist nicht zu schaffen - diese dramatische Steigerung bei den Beratungen." In vielen Fällen war Beratung gefragt bei Themen, die nicht zum Kern-Know-How der Unternehmer gehörten, ergänzt Forst. In normalen Zeiten erhalte die Bank etwa 100 bis 150 Anrufe am Tag. Zur Pandemie-Hochphase, am 25. März vergangenen Jahres, sei alle 15 Sekunden ein Anruf und alle dreieinhalb Minuten eine Email eingegangen.

"Das zu bewältigen war eine riesige Herausforderung, zeigt aber den hohen Bedarf", sagte Forst. "Hier war der persönliche Kontakt gefragt und nötig - die telefonische Erstberatung war ganz, ganz wichtig."

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