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In Tauberfranken schließen sich Sparkasse und Volksbank Finanzpunkt-Konzept an

Auch wenn die beiden Institute aus Baden-Württemberg bereits Geldautomaten und Immobilien gemeinsam nutzten, bedeutet die Eröffnung der Finanzpunkte eine große Veränderung - vor allem für die Angestellten vor Ort.

Wolfgang Reiner (links), stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Tauberfranken, Michael Schneider (rechts), Vorstandsvorsitzender der Volksbank Main-Tauber | Foto: Sparkasse Tauberfranken

Das Konzept der Finanzpunkte expandiert weiter: Die Sparkasse Tauberfranken und die Volksbank Main-Tauber haben nun auch offiziell gemacht, dass sie mindestens zwei Geschäftsstellen in Zukunft gemeinsam betreiben wollen. FinanzBusiness hatte bereits vor einigen Wochen entsprechende Pläne in Erfahrung gebracht.

Finanzpunkte gibt es bald auch in Baden-Württemberg

Auf der offiziellen Pressekonferenz stellten Wolfgang Reiner, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Tauberfranken und Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Main-Tauber, nun die Details für das gemeinsame Filialkonzept vor.

Am Ende entscheidet der Kunde mit den Füßen.

Wolfgang Reiner, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Tauberfranken

"Vor noch einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass solch ein Gespräch funktioniert, das sage ich Ihnen ganz ehrlich", so Reiner. Doch das veränderte Kundenverhalten in der Corona-Krise habe es es nötig und möglich gemacht. So sei beispielsweise vergangenes Jahr die Nachfrage nach Bargeld um 32 Prozent zurückgegangen.

"Am Ende entscheidet der Kunde mit den Füßen", erklärt Reiner die veränderte Frequenz.

Voraussichtlich Ende April wird der erste Finanzpunkt in Großrinderfeld, einer Gemeinde in Tauberfranken mit rund 4.000 Einwohnern süd-westlich von Würzburg, eröffnet. Dort ist dann die Sparkasse Hausherr. In 2022 ist in der Nachbargemeinde Werbach mit rund 3.500 Einwohnern dann ein weiterer Finanzpunkt geplant, mit der Volksbank als Hausherr.

Kundenschutz respektieren

Ganz nach dem Vorbild der Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse werden auch in Baden-Württemberg die Filialen tageweise von den jeweiligen Instituten betrieben, was Kunden auch durch die unterschiedliche Farbgestaltung erkennen können - so leuchtet dann beispielsweise der Kubus-Tresen im Eingangsbereich entweder rot oder blau.

Frankfurter Volksbank und Taunus Sparkasse vollenden gemeinsames Filialnetz erst nächstes Jahr 

Dabei bleibt die Filiale für die Kunden beider Institute zugänglich, übergreifende Beratung werde es aber nicht geben, Service und Unterstützung selbstverständlich schon.

"Wir respektieren den Kundenschutz und werden uns keine Kunden gegenseitig abwerben", versichert Schneider.

Umdenken bei Angestellten

Dabei habe die Entscheidung vor allem bei Filialleitung und Service-Angestellten ein Umdenken erfordert, aber so Schneider: "Ich bin sehr sicher, dass es klappen wird." Schließlich gebe es auch bereits seit langer Zeit erfolgreich gemeinsam betriebene Geldautomaten, sowie die gemeinsame Nutzung von Immobilien.

Natürlich sind wir Konkurrenten, aber wir sind es gewohnt, dass der Kunde nebenan durch die Tür geht.

Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Main-Tauber

"Natürlich sind wir Konkurrenten, bekämpfen uns im positiven Sinne, aber wir sind es gewohnt, dass der Kunde nebenan durch die Tür geht." Er verweist zudem auf Kooperationen in anderen Branchen und Shop-in-Shop-Lösungen wie beispielsweise für Paketabholungen in Kiosken.

Ende 2022, Anfang 2023 wollen die Institute dann Bilanz ziehen. Dabei ist es aber wahrscheinlicher, dass weitere Pärchen entstehen, als dass die nun geplanten wieder zurückgebaut werden.

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