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Robert Habeck plädiert für Begrenzung der Dispo-Zinsen

Grünen-Chef wirft den Instituten Bereicherung "an der Armut von Menschen" vor und bringt gesetzliche Regelung ins Spiel.

Robert Habeck | Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck fordert, die Dispo-Zinsen für überzogene Bankkonten zu senken - notfalls per Gesetz. "Viele Leute sind jetzt knapp bei Kasse, zum Beispiel weil sie in Kurzarbeit sind", sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur. Umfragen zufolge überzögen etwa 15 Prozent der deutschen Haushalte ihr Konto.

"Und dann nehmen Banken um die zehn Prozent Dispozinsen, manche weniger, andere mehr", kritisierte Habeck. "Da bereichern sich die Banken quasi an der Armut von Menschen." Denn die Banken selbst könnten sich derzeit zu null Prozent finanzieren, zudem nehme der Staat ihnen in der Corona-Krise Risiken ab, indem er für große Unternehmen einstehe.

Das Verhalten der Banken geht nicht.

Robert Habeck, Vorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen


"Das Verhalten der Banken geht nicht", sagte Habeck. "Das war schon vor Corona falsch, jetzt geht es erst recht nicht." Wenn die Banken nicht selbst reagierten, solle man "gesetzlich eingreifen und die Dispozinsen begrenzen", forderte er. Ein etwas höherer Zinssatz sei aber schon gerechtfertigt: "Dispo-Kredite bedeuten einen Verwaltungsaufwand, manchmal kommt das Geld nicht zurück, also ist es in Ordnung, dass Nullzinsen nicht einfach weitergegeben werden", erklärte Habeck. "Aber zehn Prozent ist eindeutig zu viel."

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