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Fed-Protokoll legt Fortbestand der aktuellen Zinspolitik nahe

Notenbanker geben keine "bedingungslose Verpflichtung" für einen konkreten Zinspfad, äußern Sorge bezüglich zu geringer Unterstützung durch die Regierung.

US-Notenbankchef Jerome Powell bei einer Anhörung vor dem US-Senat im September | Foto: picture alliance/Xinhua

Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer jüngsten Sitzung die Beibehaltung ihres sehr lockeren geldpolitischen Kurses in Aussicht gestellt. Die jüngsten Projektionen der Notenbank stünden "sehr wahrscheinlich" im Einklang mit den Zielen der Fed, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses vom 15. bis 16. September.

Gegenwärtige Zinsspanne hat wohl bis 2023 Bestand

Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarteten demnach überwiegend, dass sich an der gegenwärtigen Zinsspanne von null bis 0,25 Prozent bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird.

Damit decken sich die im Protokoll gemachten Aussagen mit der im September veröffentlichten Prognose im Anschluss an die jüngste Sitzung der Fed.

US-Notenbank signalisiert Nullzins bis ins Jahr 2023

Diese Aussagen seien jedoch keine "bedingungslose Verpflichtung" für einen konkreten Zinspfad. Schließlich hänge die Zinspolitik von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Diese hingegen werde nach einhelliger Einschätzung der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss durch die Corona-Krise bestimmt.

Ausschussmitglieder mit skeptischem Blick auf weitere Erholung

Die Gesundheitskrise laste kurzfristig weiter auf der wirtschaftlichen Aktivität, der Beschäftigung und der Inflation. Sie stelle zudem mittelfristig ein großes Risiko für den wirtschaftlichen Ausblick dar.

Die Mitglieder waren laut dem Protokoll überrascht von der Stärke des anfänglichen wirtschaftlichen Erholung von dem historischen Einbruch in der Corona-Krise. Sie zeigten sich aber immer noch misstrauisch mit Blick auf die weitere Erholung.

Sorge um Unterstützung durch die Regierung

Die meisten Mitglieder äußerten die Sorge, dass die Unterstützung durch die Regierung zu gering sein könnte. Notenbankchef Jerome Powell hat sich zuletzt am Dienstag für weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Konjunktur durch Parlament und Regierung ausgesprochen. Das Risiko einer unzureichenden Unterstützung sei derzeit größer als das Risiko, "zu viel zu tun".

Allerdings hat US-Präsident Donald Trump die Hoffnungen auf ein neues Corona-Konjunkturpaket zunichte gemacht. Er wies die Regierung und seine Republikaner an, bis nach der Wahl nicht mehr mit den Demokraten über ein weiteres Hilfspaket zu verhandeln. Dafür versprach er auf Twitter, dass es "sofort" nach seinem Wahlsieg ein großes Konjunkturpaket geben werde.

Auf ihrer Sitzung im September hatte die US-Notenbank ihre sehr lockere Geldpolitik bestätigt. Der Leitzins wurde nicht angetastet und in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Die Wertpapierkäufe und die Kreditprogramme wurden fortgesetzt.

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