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SPD-Gesundheitsexperte rechnet nicht mit dem von Banken gefürchteten zweiten Lockdown

Ökonomen, die derzeit überhaupt noch eine Prognose wagen, setzen voraus, dass die Wirtschaft wegen der Corona-Pandemie nicht nochmal zwangsstillgelegt werden muss. Karl Lauterbach macht ihnen Hoffnung.

Im Herbst werden die Corona-Fallzahlen wieder ansteigen, ein zweiter Lockdown kann aber vermieden werden, erwartet der SPD-Politiker Karl Lauterbach. | Foto: picture alliance / NurPhoto

Wegen der Corona-Pandemie haben fast alle Institute hierzulande ihre Risikovorsorge drastisch aufgestockt. Ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen, hängt im Wesentlichen auch davon ab, ob ein weiterer Lockdown wie im Frühjahr vermieden werden kann.

Der Epidemologe und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach macht den Banken jetzt Hoffnung. "Ein zweiter Lockdown wird nicht notwendig werden", prophezeite er in einem Interview mit Business Insider, das am Montag (31. August) veröffentlicht wurde.

Lauterbach setzt darauf, klug zu testen, um Infektionsketten effektiv nachverfolgen zu können. Einen besonderen Schutz der Wirtschaft hält Lauterbach hingegen nicht für notwendig. "Es kommt schlicht darauf an, wie hoch die Zahl der Infizierten ist. Wenn wir wieder viele Infizierte haben, werden die Menschen Geld lieber sparen, als es in Läden auszugeben. Sie werden auch weniger in Restaurants und Cafés gehen. All das geht zulasten der Wirtschaft", sagte er dem Online-Portal.

Fallzahlen werden im Herbst deutlich ansteigen

Lauterbach ist aber auch überzeugt, dass die Corona-Fallzahlen im Herbst wieder ansteigen werden. „Es wird dann problematisch, wenn die Aerosolbelastung in geschlossenen Räumen zu hoch wird. Das kann im Büro, im Bus oder in Klassenzimmern sein. Bisher kann man noch effektiv lüften, irgendwann wird es dafür zu kalt", so der Politiker mit medizinischem Hintergrund.

Dann werde es wirklich gefährlich, sagte Lauterbach. "Die Infektionszahlen werden deutlich ansteigen, wir befinden uns am Fuße des Berges", sagt er im Interview.

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