Verdi ist empört über Schließung der Santander-Tochter

Die Gewerkschaft kritisiert, dass der Betriebsrat nicht rechtzeitig in die Schließungspläne der Santander-Tochter eingebunden wurde. Pagonxt weist die Vorwürfe zurück.
Santander hat die Schließung der Tochter Pagonxt angekündigt. | Foto: picture alliance / empics | Laura Lean
Santander hat die Schließung der Tochter Pagonxt angekündigt. | Foto: picture alliance / empics | Laura Lean

Dass Santander die Zahlungstochter Pagonxt, die das Wirecard-Geschäft übernommen hat, in Deutschland schließt, ruft die Gewerkschaft Verdi auf den Plan. 

Das Unternehmen hat am 6. Juni den Beschäftigten mitgeteilt, dass der Betrieb geschlossen wird. 380 Menschen verlieren ihren Job. ”Angesichts der Entwicklung des Händlerzahlungsmarktes in Europa haben wir beschlossen, uns auf unser derzeitiges Acquiring-Angebot in Spanien und Portugal zu konzentrieren sowie unsere strategischen Märkte in Lateinamerika auszubauen”, erklärte ein Sprecher von Pagonxt gegenüber FinanzBusiness. Die Entscheidung sei das Ergebnis der Erfahrungen der letzten Jahre und der ”sich entwickelnden Marktdynamik”.

Mit dieser Entscheidung hat Santander aber offenbar den Betriebsrat überrumpelt: ”Es gab vorher weder Verhandlungen mit dem Betriebsrat, noch hat Pagonxt den Betriebsrat rechtzeitig benachrichtigt“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär und Pagonxt-Betriebsrat Stefan Wittmann dem ”Handelsblatt”. Der Betriebsrat sei nur eine halbe Stunde vor den Beschäftigten informiert worden. 

Wittmann meint, der Arbeitgeber hätte den Betriebsrat informieren müssen, sobald über die Betriebsschließung entschieden wurde oder die Pläne dafür entscheidungsreif gewesen seien. Er gehe davon aus, dass Santander die Entscheidung mindestens Wochen zuvor gefällt habe, schreibt das ”Handelsblatt”. Insider widersprechen dem allerdings. 

Das Vorgehen sei ”sowohl unangemessen als auch rechtlich extrem zweifelhaft, in jedem Fall aber moralisch verwerflich“, sagte der Gewerkschafter der Zeitung. 

Pagonxt verweist gegenüber FinanzBusiness darauf, dass man im Austausch mit dem Betriebsrat sei. Das Unternehmen habe ”bereits Gespräche mit dem Betriebsrat in Deutschland aufgenommen, um gemeinsam an einem geordneten, sozialverträglichen Übergang für die Mitarbeitenden zu arbeiten unter Einhaltung aller arbeitsrechtlichen Vorschriften und Bestimmungen.”

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