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Bundesbank bringt digitalen Baseler Ausschuss ins Spiel

Damit die Aufsicht in puncto Digitalisierung nicht den Anschluss verliert, schlägt Joachim Wuermeling die Gründung einer neuen, zentralen Behörde vor – gedacht als globales Forum. Vorbild ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Joachim Wuermeling | Foto: Deutsche Bundesbank

Die Bundesbank denkt angesichts der rasant voranschreitenden Digitalisierung in der Finanzwirtschaft über die Schaffung eines neuen globalen Regelsetzers nach. Digitalisierung kenne keine Grenzen, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling laut Redetext auf einer Veranstaltung in Berlin.

Ich persönlich könnte mir ein globales Forum ähnlich dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, kurz BCBS, vorstellen.

Joachim Wuermeling, Vorstand, Bundesbank

Deshalb müsse man sich bei der Gestaltung der Regulierung über Ländergrenzen hinweg koordinieren. ”Ich persönlich könnte mir ein globales Forum ähnlich dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, kurz BCBS, vorstellen, das globale Spielregeln für digitale Innovationen festlegen könnte - einen ’digitalen BCBS’”, sagte er. Wuermeling ist im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig.

Eine Antwort auf Apple & Co.

Der 1974 gegründete Baseler Ausschuss setzt die weltweiten Standards für die Bankenaufsicht. Er ist bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel angesiedelt. Aktuell gehören ihm 45 Notenbanken und Aufsichtsbehörden aus 28 Ländern beziehungsweise Regionen an.

Die Aufsicht passe angesichts der Digitalisierung der Finanzwirtschaft ihr Regelwerk an, sagte Wuermeling. ”Allerdings müssen wir schnell sein. Das Schreiben neuer Regeln braucht Zeit, während Innovationen schnell geschehen”, sagte er.

Die Aufseher treibt unter anderem schon seit längerem um, wie mit weltweit operierenden großen Internet- und Technogiekonzernen- umzugehen ist, die wie Apple, Google und Facebook immer stärker auch in Richtung Finanzdienstleistungen drängen.

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