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Banken locken Mitarbeiter mit schöneren Arbeitsplätzen ins Büro

80 Prozent der Finanzunternehmen streben wieder eine höhere Präsenz an. Damit ist die Quote höher als bei anderen Wirtschaftszweigen.

Frankfurter Bürotürme. | Foto: picture alliance / Klaus Ohlenschläger | Klaus Ohlenschläger

Nach Monaten im Corona-bedingten Homeoffice sollen Banker einer Umfrage zufolge bald wieder ins Büro zurückkehren - wenn es nach dem Willen des Managements geht. Fast 80 Prozent der Finanzfirmen streben bis Mitte des Jahres eine regelmäßigere Präsenz im Büro an, wie eine Umfrage der Immobilienberatungsfirma CBRE unter Geldhäusern der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) ergeben hat.

Weniger Entschlossenheit bei anderen Wirtschaftszweigen

In der Gesamtheit aller Wirtschaftszweige ist die Entschlossenheit demnach mit 68 Prozent zwar auch groß, aber geringer als in der Finanzbranche. Insgesamt geben sich die meisten Unternehmen (70 Prozent) dabei mit einer Aufteilung der Arbeitszeit auf Büro und Homeoffice zufrieden oder setzen auf eine freiwillige Rückkehr ihrer Teams.

Um den Angestellten den Schritt schmackhaft zu machen und die Zusammenarbeit bei sogenannten hybriden Arbeitsplatzmodellen zu erleichtern, blicken die Unternehmen laut CBRE verstärkt auf ihren Gebäudebestand: Fast 90 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass sie als Folge der Pandemie Änderungen an ihrer Immobilienstrategie vornehmen würden.

Verbesserung der Ausstattung von Bedeutung

36 Prozent der Befragten erklärten, dass eine Verbesserung oder Erweiterung der Arbeitsplatzausstattung von Bedeutung sei. Das ist ein vier Mal so großer Anteil wie noch vor einem Jahr. Binnen Jahresfrist stieg auch der Anteil jener, die mehr Bereiche für gemeinsames Arbeiten schaffen wollen, von 36 auf 63 Prozent.

Der Trend zum Homeoffice während der Corona-Pandemie hatte auf dem Markt für Büroimmobilien zunächst für Verunsicherung gesorgt. Viele Experten, die wie der Immobiliendienstleister CBRE auch von Objekte vermitteln, hatten aber früh prognostiziert, dass die Nachfrage nach Büroflächen dennoch nicht sinken werde.

Trend zur Flexibilisierung der Büroflächen

Begründet wurde dies damit, dass angesichts von Abstandsregeln sowie wegen der wechselnden Präsenz von Angestellten mehr Platz für Schreibtische und Konferenzräume benötigt werde. Zudem gelten flexible Flächen als Möglichkeit, sich zugleich für wachsende Geschäftsfelder und eine unsichere Nachfrage zu wappnen.

Diese Prognose könnte durch den jüngsten ”EMEA Occupier Sentiment Survey”, für die CBRE 130 Unternehmen befragte, bestätigt werden. Während vor einem Jahr nur ein Drittel der Firmen davon ausging, dass sie in den nächsten drei Jahren räumlich expandieren würden, sind es nun mehr als 40 Prozent.

Im Technologiesektor gaben demnach sogar 60 Prozent der Unternehmen an, eine Erweiterung ihrer Büroflächen zu planen. Zugleich sind Firmen in dieser Branche laut der Umfrage überdurchschnittlich entspannt, was die Rückkehr ihrer Teams ins Büro betrifft: Mehr als ein Drittel der Tech-Unternehmen gibt keinen Zeitplan vor.

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