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Frankfurts Banken wollen rund 150.000 Quadratmeter Bürofläche aufgeben

Das Arbeiten im Home-Office boomt, der Platzbedarf der Finanzinstitute hierzulande schrumpft entsprechend. Eine aktuelle Untersuchung des Beratungsunternehmen Jones Lang Lasalle für den Standort zeigt große Verschiebungen.

Blick auf Frankfurt und das Bankenviertel (Mitte). | Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Augst / Eibner-Pressefoto

Am Immobilien-Standort Frankfurt stehen immer mehr Büros leer. Die Quote unvermieteter Fläche stieg im Jahr 2021 von 6,1 auf 7,7 Prozent, wie das Immobilienberatungs-Unternehmen  Jones Lang LaSalle (JLL) bekanntgab. In der Corona-Krise hätten vor allem Banken große Flächen zur Untermiete angeboten. Und außerdem wurden 192.000 Quadratmeter neue Büros fertiggestellt, sagt Stephan Leimbach, Head of Office Leasing Germany bei JLL. Das waren zwar 14 Prozent weniger als 2020, aber auch 41 Prozent mehr als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre.

Bei Frankfurts Banken standen Ende des vergangenen Jahres 150.000 Quadratmeter Bürofläche zur Untervermietung oder zur Disposition.

Stephan Leimbach, Head of Office Leasing Germany

"Bei Frankfurts Banken standen Ende des vergangenen Jahres 150.000 Quadratmeter Bürofläche zur Untervermietung oder zur Disposition", sagt Stephan Leimbach, Head of Office Leasing Germany auf Anfrage von FinanzBusiness. JLL schätzt, dass Finanzinstitute in Frankfurt etwa einen Anteil von bis zu 15 Prozent des Gesamtbestands von 11,6 Mio. Quadratmeter nutzen. Die frei werdenden Büroflächen der Banken entsprechen somit knapp 8,6 Prozent des Bestands der Finanzinstitute.

Der Home-Office-Boom gerade beiden Banken hat aber noch weitere Folgen für den Büroimmobilienmarkt. Das Interesse der Mieter richtet sich Leimbach zufolge auf besonders hochwertige Büros, um den Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze anzubieten und sie so von zu Hause wieder an den Arbeitsplatz zu locken. Derzeit erfüllten aber nur wenige Objekte den erhöhten Anforderungen. Wichtig sei beispielsweise, dass sich die Büroflächen dem flexiblen Arbeiten, wie zurzeit gefordert, anpassen lassen, sagt Leimbach zu FinanzBusiness. Nach der Vereinzelung im Home-Office erwarteten die Mitarbeiter im Büro ein Umfeld, indem sie kreativ zusammenarbeiten und diskutieren könnten.

Die Mitarbeiter wollen, dass für sie ein optimales Umfeld geschaffen wird. Das Büro muss mehr als Arbeitsplatz sein, nämlich ein Ort der Inspiration, Zusammenarbeit und Identifikation mit dem Unternehmen.

Stephan Leimbach, Head of Office Leasing Germany

"Die Mitarbeiter wollen, dass für sie ein optimales Umfeld geschaffen wird. Das Büro muss mehr als Arbeitsplatz sein, nämlich ein Ort der Inspiration, Zusammenarbeit und Identifikation mit dem Unternehmen", sagt Stephan Leimbach.

Mit Blick auf die Entwicklung des Marktes für Frankfurter Büroflächen in diesem und dem kommenden Jahr erwartet JLL eine schnelle Absorbation des Leerstandes voraus, "da es kaum Fertigstellungen in diesem Zeitraum gibt".

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