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Andrea Enria mahnt Banken zur Vorsicht aufgrund der Corona-Folgen

Der Chef der EZB-Bankenaufsicht erwartet Risiken im Finanzsystem durch die Corona-Krise. Daher erwartet Enria Wachsamkeit von den Instituten.

EZB-Bankenaufseher Andrea Enria | Foto: picture alliance / Wolfgang Minich | Wolfgang Minich

Geldhäuser in Europa müssen sich aus Sicht der EZB-Bankenaufsicht mit dem Aufbau von Risiken im Finanzsystem infolge der Corona-Krise beschäftigen. Bislang hätten die Institute zwar mit Hilfe staatlicher Stützungsmaßnahmen die Pandemie relativ robust durchstanden, sagte EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria in einem Beitrag zum Fachmagazin "Eurofi", den die Aufseher am Mittwoch auf ihrer Webseite veröffentlichten. Doch nach vorne blickend müssten sie wachsam sein.

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Verschlechterung der Qualität von Vermögenswerten, was durch die Pandemie verursacht wurde, noch nicht den Höhepunkt erreicht hat.

Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht

"Erstens gibt Anzeichen es dafür, dass die Verschlechterung der Qualität von Vermögenswerten, was durch die Pandemie verursacht wurde, noch nicht den Höhepunkt erreicht hat," warnte er.

Enria zufolge ist dies verschleiert und verzögert worden durch die außergewöhnlichen staatlichen Hilfsmaßnahmen. "Entscheidend ist, dass die Kontrolle von Kreditrisiken bei einigen Banken nicht hinreichend auf die Eigenschaften dieses Schocks zugeschnitten wurden", erläuterte der Aufseher.

Anstieg der Firmenpleiten erwartet

Eine rechtzeitige und proaktive Bewertung der Entwicklung von Kreditrisiken sei so nicht möglich. Laufe die staatliche Unterstützung aus, sei mit einem Anstieg der Firmenpleiten zu rechnen. Dies betreffe vor allem die Bereiche der Wirtschaft, die von der Pandemie am härtesten getroffen wurden. Für Banken sei es daher wichtig, umsichtig und vorausschauend zu handeln.

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