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Ökonomen erwarten Verringerung der EZB-Notfallanleihekäufe

Allerdings rechnen über 70 Prozent der befragten Volkswirte einer Umfrage von Reuters zufolge damit, dass es mehr als zwei Jahre dauern wird, bis die EZB alle ihre Anleihekäufe einstellt.

Silhouette eines Menschen, der im letzten Gegenlicht der untergegangenen Sonne an der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Frankfurter Skyline vorbei geht. | Foto: picture alliance / greatif | Florian Gaul

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird einer Umfrage unter Volkswirten zufolge das Tempo ihrer großangelegten Notfall-Anleihekäufe auf ihrer Zinssitzung kommende Woche verringern.

Klare Mehrheit erwartet reduziertes Tempo

Rund 60 Prozent der befragten Volkswirte, 25 von 42 Ökonomen, rechnen damit, dass die Kaufgeschwindigkeit vom nächsten Quartal an herabgesetzt wird, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Reuters-Umfrage hervorgeht.

17 Experten erwarteten dagegen, dass die EZB ihr zuletzt "deutlich höheres" Tempo der Käufe beibehalten wird. Mit einer nochmaligen Erhöhung des Tempos rechnete keiner der Befragten. Die nächste Zinssitzung findet nächsten Donnerstag statt.

Bisher geplant: Fortsetzung bis Ende März 2022

Bisherigen Planungen zufolge sind Notfall-Anleihekäufe des "PEPP" getauften Programmsauf insgesamt 1,85 Billionen Euro angelegt und sie sollen noch bis mindestens Ende März 2022 fortgesetzt werden.

Der Umfrage zufolge wird mit einer Reduzierung der PEPP-Käufe auf 70 Milliarden Euro im Monat gerechnet. Dies war der mittlere Wert (Median) unter 33 Antworten. Zudem rechnete eine deutliche Mehrheit der Volkswirte damit, dass die PEPP-Käufe - wie bisher avisiert - im März 2022 enden.

Kleine Minderheit sieht kein Ende der Käufe

Allerdings rechnen mehr als 70 Prozent damit, 29 von 40 Ökonomen, dass es mehr als zwei Jahre dauern wird, bis die EZB alle ihre Anleihekäufe einstellt. Sechs Volkswirte rechneten mit mehr als fünf Jahren. Drei Volkswirte gingen sogar davon aus, dass die Käufe niemals beendet werden.

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