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Ratenkäufe werden beliebter, Banken und Zahlungsdienstleister profitieren

Rechnungskäufe, Paypal und Lastschriften sind bei Onlineshoppern beliebt wie immer. Zulegen kann in Corona-Zeiten jedoch vor allem der Ratenkauf, zeigt eine neue Studie. FinanzBusiness hat sie ausgewertet.

Nutzung von Zahlungsverfahren online laut Studie: "Shopping 2020 – Entwicklungen des Konsumentenverhaltens und die Relevanz des Ratenkaufs" | Foto: IFH Köln, Teambank

Knapp die Hälfte aller Onlineshopper nutzt mittlerweile den Kauf auf Rate – das ist das Ergebnis einer neuen Onlineumfrage der Teambank und des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln. Kaum ein anderes Zahlungsverfahren hat im Vergleich zum Vorjahr ähnlich an Reichweite gewonnen.

Ratenkauf bei größeren Anschaffungen auf Rang 3

Die Teambank, mit dem Service "ratenkauf by easycredit" selbst in diesem Umfeld aktiv,  hatte kein anderes Ergebnis erwartet. Es deckt sich mit dem, was sie in ihren  eigenen Daten sieht. "Wir sehen uns bestätigt", sagt Sprecher Marco Kreyer im Gespräch mit FinanzBusiness.

Bei größeren Anschaffungen ab 500 Euro liegt der Ratenkauf jetzt auf Platz drei der beliebtesten Zahlungsverfahren.

Marco Kreyer, Sprecher, Teambank

Eine höhere Nachfrage nach einem Ratenkauf beobachte man vor allem online – und vor allem bei größeren Anschaffungen ab 500 Euro. "Da liegt der Ratenkauf jetzt auf Platz drei der beliebtesten Zahlungsverfahren", so Kreyer. "Die Coronakrise hat die Entwicklung eindeutig verstärkt."

Nutzen möchte das Unternehmen die Ergebnisse der Studie fürs Marketing. Etwa 2400 Händler haben die Zahlungsoption laut Kreyer bislang in ihr Angebot (online, offline) eingebunden – doch es sollen mehr werden. Erst kürzlich hat die Teambank erreicht, dass ein Anbieter von Shopsystemen für Web – Gambio – , easycredit mitvertreibt. Das Potenzial: Gambio hat rund 22.000 Händler unter Vertrag.

Teambank gewinnt an Reichweite beim Ratenkauf

Sieben Erkenntnisse aus der Studie im Überblick:

  • Beliebtestes Zahlungsverfahren bei Onlinekäufern bleibt der Kauf auf Rechnung, 93 Prozent entscheiden sich in diesem Jahr dafür (Vorjahr: 94 Prozent). Auf Platz zwei und drei folgen Paypal (85 Prozent) und die klassische Lastschrift (74 Prozent).  
  • Für einen Ratenkauf interessieren sich laut Studie in erster Linie Nicht-Sparer und Spontankäufer. Im Ranking der Zahlungsverfahren schafft es die Option auf Platz sieben: 2020 gaben 47 Prozent der Umfrageteilnehmer an, dass sie den Ratenkauf nutzen würden – vor einem Jahr sagten das 39 Prozent.
  • Bei Beträgen ab 500 Euro rückt der Ratenkauf auf Platz drei vor, allerdings mit großem Abstand zum Rechnungskauf und Paypal. Für den Kauf auf Rechnung entscheiden sich 36 Prozent, für Paypal 29 Prozent – für den Ratenkauf 11 Prozent.   
  • Die Zahlung per Vorkasse verliert an Bedeutung – 2019 war die Option bei 71 Prozent der befragten Onlinekäufer gefragt, in diesem Jahr bei 64 Prozent. Sie liegt jetzt gleichauf mit der Zahlung per Kreditkarte (64 Prozent; Vorjahr: 65 Prozent).
  • Die Sofortüberweisung gewinnt leicht an Relevanz (von 66 Prozent auf 69 Prozent) und kann damit im Ranking die Zahlung per Vorkasse überholen.
  • Zuwächse gab es auch für Amazon Payments, Giropay, Paydirekt, Google Pay und Apple Pay – wobei Amazon Payments nach wie vor am häufigsten zum Einsatz kommt (bei 29 Prozent aller Umfrageteilnehmer).
  • Zum Ratenkauf: Mit der Nutzung steigen offenbar auch die Anforderungen an die Anbieter. Worauf Onlinekäufer in der Umfrage besonders großen Wert legen: eine Null-Prozent-Finanzierung (56 Prozent, Vorjahr: 48 Prozent), eine individuelle Ratenlaufzeit (35 / 52 Prozent) und eine individuelle Ratenhöhe (36 / 47 Prozent).

Markt in Bewegung, Unzer übernimmt Paysafe Paylater

Diese Faktoren treiben den Markt und betreffen letztlich alle Anbieter von Ratenfinanzierungen. Nicht nur die Teambank ist derzeit dabei, ihren Marktanteil in diesem Segment zu vergrößern, sondern auch Unzer (ehemals Heidelpay) - der Zahlungsdienstleister hat gerade die Übernahme des Paylayter-Geschäfts der Paysafe Gruppe abgeschlossen.

Aktiv sind hier zudem u.a. Cashpresso (Deutsche Handelsbank), Ratepay (Advent International, Bain Capital) und Splitpay (Solarisbank).

Über die Umfrage: Sie lief im Zeitraum von Ende Juli bis Anfang August ausschließlich online. 1050 Konsumenten haben teilgenommen. Die detaillierten Ergebnisse zum Nachlesen gibt es hier.

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