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Preisfindung an den Märkten ist äußerst schwierig, sagt Deutsche Bank Investmentbanker - Bericht

Morgens Krise, Nachmittags Chance

Deutsche Bank Tower in Frankfurt | Foto: Picture-Alliance / Sven Simon

Im Investmentbanking von Deutsche Bank herrsche alles andere als Langeweile, sagt Patrick Frowein im Interview mit FAZ am Dienstag. "Ich habe lange nicht mehr so viel und intensiv gearbeitet wie jetzt. Und das gilt auch für mein ganzes Team", so der Leiter des Investmentbanking im deutschsprachigen Raum im Gespräch.

Rekord-Emissionsvolumen am Euro-Anleihemarkt im März

Die Sicherung der Liquidität finde ihren Niederschlag in der hohen Aktivität am Anleihemarkt.  Die Woche vom 30. März bis zum 3. April sei mit einem Emissionsvolumen von 38,5 Milliarden Euro die emissionsstärkste, die der Euro-Anleihemarkt je gesehen habe. Und zwar mit Abstand: Die bis dato stärkste Woche war die erste Septemberwoche 2019 gewesen mit 23,8 Milliarden Euro.

Wenn die Krise weiter anhält, erwarte ich noch eine Reihe von Kapitalerhöhungen. Allerdings brauchen viele Unternehmen dafür einen Beschluss ihrer Hauptversammlung.

Patrick Frowein, Head Investmentbanking im deutschsprachigen Raum, Deutsche Bank

Doch auch die Ausgabe neuer Aktien könne Frowein zufolge für viele Unternehmen bald ein Thema werden. „Wenn die Krise weiter anhält, erwarte ich noch eine Reihe von Kapitalerhöhungen. Allerdings brauchen viele Unternehmen dafür einen Beschluss ihrer Hauptversammlung.“

M&A-Geschäft hat sich deutlich verlangsamt

 „Das Geschäft mit Börsengängen, Fusionen und Übernahmen hat sich deutlich verlangsamt. Wegen der hohen Volatilität an den Märkten und der Unsicherheit wäre die Preisfindung derzeit äußerst schwierig“, räumt er ein. „Dies wird sich aber drehen, wenn sich die Lage nachhaltig stabilisiert.“ Dass viele Unternehmer sich aktuell nach Gelegenheiten umsehen, belegt Frowein mit einem Kunden, der ihm gesagt habe: Ich mache morgens Krise und nachmittags Chance.

Deutsche Bank gewinnt Marktanteile im Investmentbanking in Deutschland


Die Deutsche Bank sei in der Lage, im aktuellen Marktumfeld zuzulegen, sagte Frowein und verweist auf die jüngste Auswertung des Datendienstleisters Dealogic zum Investmentbanking in Deutschland. Im ersten Quartal dieses Jahres komme die Deutsche Bank darin mit knapp 14 Prozent auf den höchsten Marktanteil, während ausländische Institute wie Goldman Sachs und Bank of America deutlich weniger Gebühren einnahmen. JP Morgan musste zumindest in diesem ersten Quartal seine Marktführerschaft der vergangenen zwei Jahre wieder abgeben.

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