EU beschließt neue Regeln gegen Geldwäsche: Die Bargeldobergrenze kommt

Die Bargeldobergrenze wird demnach in drei Jahren gelten - es gibt allerdings Ausnahmen. Die Regeln sollen von der neuen Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA in Frankfurt überwacht werden.
Die EU hat neue Regeln gegen Geldwäsche beschlossen | Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / K. Schmitt
Die EU hat neue Regeln gegen Geldwäsche beschlossen | Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / K. Schmitt
dpa

In der EU gilt künftig eine Bargeldobergrenze. Die Mitgliedsstaaten beschlossen am Donnerstag in Brüssel eine Grenze von 10.000 Euro für Bargeldzahlungen sowie weitere Regeln gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Bargeldobergrenze wird demnach in drei Jahren gelten - allerdings nicht für Transaktionen unter zwei Privatpersonen, von denen keine beruflich mit dem jeweiligen Verkaufsobjekt handelt. Die nationalen Regierungen können den Angaben nach auch eine niedrigere Höchstgrenze festlegen.

Mehr Befugnisse für Zoll

In Deutschland gibt es bislang keine Grenze für das Zahlen mit Scheinen und Münzen. Wer Beträge über 10.000 Euro bar bezahlen will, muss sich aber ausweisen und nachweisen, woher das Geld stammt. Der Händler ist verpflichtet, diese Angaben zu erfassen und aufzubewahren.

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Die neuen Vorschriften geben außerdem den Finanzermittlungsstellen - in Deutschland beim Zoll angesiedelt - mehr Befugnisse, um Fälle von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu analysieren und aufzudecken sowie verdächtige Transaktionen auszusetzen.

Casinos bis Fußballclubs

Neben Banken und Casinos müssen künftig auch etwa Händler von Luxusgütern sowie Anbieter von Krypto-Vermögenswerten ab bestimmten Summen ihre Kunden überprüfen und verdächtige Aktivitäten melden. Unter gewissen Bedingungen sollen auch Profifußballvereine und -agenten verpflichtet werden, Transaktionen zu überwachen.

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Um die Regeln zu überwachen, ist in Frankfurt eine neue Behörde geplant: die ”Anti-Money Laundering Authority” (Amla). Sie soll Mitte nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen und unter anderem die nationalen Aufsichtsbehörden koordinieren und unterstützen. Frankfurt hatte sich als Standort gegen acht europäische Hauptstädte durchgesetzt.

Das EU-Parlament hatte bereits Ende vergangenen Monats den Weg für die neuen Vorschriften frei gemacht. Die Gesetzestexte müssen nun noch im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden, bevor sie in Kraft treten können.

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