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In Bremen kommen die Gläubiger der Greensill-Bank zusammen

Heute kommen die Gläubiger der insolventen Greensill-Bank erstmals zusammen. Für die dort vertretenen Kommunen geht es um einen dreistelligen Millionen-Betrag.

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Nach dem Kollaps der Greensill-Bank hat am Dienstag die erste Gläubigerversammlung in Bremen begonnen. Zwei beteiligte niedersächsische Kommunen sowie ein Sprecher des Insolvenzverwalters Michael Frege bestätigten der Deutschen Presse-Agentur das Treffen, auf dem das weitere Vorgehen mit den Gläubigern besprochen wird. 

Die Finanzaufsicht BaFin hatte die Bank Anfang März geschlossen, Mitte März wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Privatanleger wurden entschädigt, Kommunen sind seit 2017 aber nicht mehr über den Einlagensicherungsfonds abgesichert.

BaFin stellt Entschädigungsfall bei Greensill Bank fest

Fast alle Greensill-Kunden sind inzwischen entschädigt

Ebner Stolz zieht Testat zurück

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft der Bank, Ebner Stolz, inzwischen ihr Testat für den Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2019 zurückgezogen hat. Das geht aus einer aktuellen Information im Bundesanzeiger hervor.

Mit dem ungewöhnlichen Schritt widerrufen die Wirtschaftsprüfer den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 sowie zum Lagebericht für das Geschäftsjahr 2019 mit sofortiger Wirkung.

Längst wird die Arbeit der Prüfer selbst überrüft. Die BaFin hatte im März ein Verfahren gegen Ebner & Stolz bei der APAS angeregt.

Greensill-Wirtschaftsprüfern droht Verfahren  

Klagen werden vorbereitet

Zahlreiche Kommunen waren Kunden der Bank - insgesamt sind es in Deutschland schätzungsweise 50. Die Gemeinden hatten gering verzinste Festgelder angelegt, um Negativzinsen zu vermeiden. Nun drohen den Kommunen hohe Verluste, auch weil sie in dem wohl jahrelangen Insolvenzverfahren keine Vorrangstellung zur Bedienung ihrer Ansprüche bekommen. In Summe hatten die Kommunen Steuergelder von insgesamt rund 145 Mio. Euro bei Greensill angelegt.

Knapp 20 Kommunen wollen an einem Strang ziehen, um ihr Geld zurückzubekommen. Zwei Anwaltskanzleien seien beauftragt, um die Interessen der Kommunen im Insolvenzverfahren zu vertreten, teilte die Verwaltung einer der hauptbetroffenen Städte Monheim (Nordrhein-Westfalen) Anfang Mai mit. Demnach ist das Ziel, die bei Greensill angelegten Gelder in Höhe von insgesamt fast 145 Millionen Euro möglichst vollständig aus der Insolvenzmasse zurückzuerhalten.

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