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Deutsche Pfandbriefbanken steigern Emissionsvolumen 2019 um 9,1 Prozent

Hauptaugenmerk liegt nun auf Bewältigung der Corona-Krise und ihrer Auswirkungen.

Louis Hagen, vdp-Präsident und Vorstandsvorsitzender der Münchener Hypothekenbank | Foto: vdp

Die deutschen Pfandbriefbanken (VDP) haben im abgelaufenen Geschäftsjahr ihr Emissionsvolumen um 9,1 Prozent auf 55,0 Mrd. Euro gesteigert. Dies geht aus einer Pressemitteilung zur Jahrespressekonferenz hervor. Dabei sei das Neugeschäft bei der Immobilienfinanzierung erneut auf hohem Niveau gewesen und die Liquidität „allgemein weiterhin auskömmlich“. Derzeit kümmerten sich die Pfandbriefbanken darum, die Auswirkungen der COVID-19-Krise zu bewältigen. „Den Pfandbriefbanken geht es um pragmatische Lösungen im Einzelfall und eine stabile Kreditversorgung in der Volkswirtschaft.

Der Fokus liegt zugleich auf der Sicherung der eigenen Liquidität und Handlungsfähigkeit

Louis Hagen, vdp-Präsident und Vorstandsvorsitzender der Münchener Hypothekenbank

Der Fokus liegt zugleich auf der Sicherung der eigenen Liquidität und Handlungsfähigkeit“, erklärte der Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp), Louis Hagen, auf der Jahrespressekonferenz des VDP.

Dabei entwickelten sich die beiden Assetklassen im Immobilienfinanzierungsgeschäft durchaus unterschiedlich: Während das Neugeschäft bei Gewerbeimmobilienfinanzierungen um 5,8% auf 69,3 Mrd. Euro zurückging (2018: 73,6), steigerten die Pfandbriefbanken die Zusagen für Wohnimmobilienfinanzierungen um 4,3% auf 97,8 Mrd. Euro (2018: 93,8).
 

Die Pfandbriefbanken blieben grundsätzlich finanzierungsbereit und leisteten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die rasche Wirksamkeit der staatlichen Unterstützungsmaßnahmen. Der Pfandbrief erweise sich dabei als Stabilitätsanker in turbulenter Zeit und als verlässliche Refinanzierungsquelle für seine Emittenten, hieß es.

Corona-Krise wirkt sich auf alle Wirtschaftsbereiche aus

Angesichts der COVID-19-Pandemie sei von erheblichen Auswirkungen auf alle Wirtschaftsbereiche auszugehen, so Hagen. In welchem Ausmaß die für die Pfandbriefbanken besonders relevanten Sektoren und insbesondere die Immobilienmärkte betroffen sein werden, sei derzeit nicht abschätzbar.

Für die Zukunft des Pfandbriefs, der 2019 sein 250-jähriges Jubiläum gefeiert hat, zeigte sich Hagen zuversichtlich: „Der Pfandbrief hat sich in der Vergangenheit stets als stabil und krisenfest erwiesen und wird sich auch in dieser Krise bewähren.“

Pfandbriefmarkt ist funktionsfähig

Immobilienfinanzierende Banken präsentieren sich mit ihrem spezifischen Geschäft auch in der COVID-19-Krise robust. „Die aktuelle Liquiditätssituation der Institute ist trotz zunehmender Stundungen von Schuldendienst auf kurze und mittlere Sicht auskömmlich. Überdies ist die Beschaffung auch langfristiger Liquidität über den Pfandbrief jederzeit möglich“, sagte Hagen. „Der Pfandbriefmarkt ist und bleibt für seine Emittenten funktionsfähig.“

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