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Erste US-Banken melden Milliarden-Rückstellungen für Kreditausfälle angesichts Corona-Krise

Aussicht auf hohe Kreditausfälle überschattet schwunghaften Handel mit Aktien und Anleihen

April 2020, Metropolitan Museum in New York | Foto: picture alliance/Christina Horsten/dpa

Die Aussicht auf hohe Kreditausfälle haben am Dienstag zum inoffiziellen Start der US-Berichtssaison die Geschäftsergebnisse zum ersten Quartal großer US-Banken überschattet. Sowohl JPMorgan als auch Wells Fargo haben Milliardenrückstellungen für gefährdete Darlehen gebildet.

JPMorgan, Wells Fargo bilden Milliardenrückstellungen

Bei JPMorgan brach der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 70 Prozent auf knapp 2,9 Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Mrd. Euro) ein, wie das Geldhaus am Dienstag in New York mitteilte. So legte JPMorgan rund 8,3 Mrd. Dollar wegen gefährdeter Darlehen zurück - rund fünfeinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor.

Bereinigte Erträge bei JPMorgan rückläufig

Der von den wochenlangen Börsenturbulenzen ausgelöster Sonderboom im Aktien- und Anleihehandel konnte die Belastungen nicht annähernd auffangen. Obwohl die Erträge in beiden Segmenten um zweistellige Prozentsätze zulegten, gingen die bereinigten Erträge der Bank insgesamt um drei Prozent auf 29,1 Mrd. Dollar zurück, hieß es weiter. 

Bankchef Jamie Dimon rechnet für die Wirtschaft mit einer schweren Rezession, die ähnliche Belastungen bringen könnte wie die weltweite Finanzkrise 2008. JPMorgan ist nach Dimons Darstellung allerdings auch für eine schwere Krise gut gerüstet.

Auch Wells Fargo bildet Milliardenrückstellung


Die an der US-Westküste in San Francisco ansässige US-Bank Wells Fargo verdiente im ersten Quartal laut Mitteilung vom Dienstag lediglich 653 Mio. Dollar (595 Mio. Euro), nach 5,9 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Bank bildete Rückstellungen in Höhe von 3,1 Mrd. Dollar als Krisenvorsorge.

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