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EY verliert die KfW 2022 an Deloitte

Nach der Commerzbank und der DWS gibt auch die KfW den Wirtschaftsprüfern von EY den Laufpass. Ob Wirecard der Auslöser war, lässt die staatliche Förderbank offen.

KfW-Zentrale in Frankfurt am Main | Foto: KfW

Erste Anzeichen dafür, dass sich auch Deutschlands größte Förderbank von EY trennen würde, gab es bereits im September.

EY muss um weiteren Bankenauftrag fürchten

Nun ist die Entscheidung gefallen: "Ab dem Jahr 2022 übernimmt Deloitte die Abschlussprüfung bei der KfW", bestätigt Pressesprecher Michael Helbig auf Nachfrage von FinanzBusiness. "Deloitte folgt damit auf die bisherige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY, deren Rahmenvertragsverhältnis mit der KfW 2021 endet." Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet.

Ab dem Jahr 2022 übernimmt Deloitte die Abschlussprüfung bei der KfW.

Michael Helbig, Pressesprecher, KfW

Wirecard und die Folgen

Den Grund für den Wechsel nennt das Institut zwar nicht, dass der Beschluss jedoch völlig unabhängig von den Entwicklungen im Fall Wirecard zustande kam, dürfte unwahrscheinlich sein.

Wie berichtet, geriet die KfW zwischenzeitilich auch selbst ins Visier der Ermittler: Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten die Geschäftsräume der KfW Ipex-Bank – angeblich hat die Bank dem seit Juni insolventen Zahlungsdienstleister 2018 eine Kreditlinie über 100 Mio. Euro gewährt, diese 2019 auch verlängert, ohne sich mit Absicherungsgeschäften gegen etwaige Verluste zu schützen.

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Abschied von Commerzbank und DWS

Die KfW ist nicht die erste Bank, von der EY in diesem turbulenten Jahr Abschied nehmen muss. Die Commerzbank hat ihren Vertrag mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bereits Anfang September gelöst, die Deutsche-Bank-Tochter DWS ebenfalls.

Commerzbank wendet sich von EY ab 

Dabei war die Liste der Banken, die EY ihren Jahresabschluss anvertrauten, zuletzt aber deutlich länger, zeigt der Transparenzbericht der Prüfer für 2019. Neben den drei, die nun wechseln, gehören unter anderen die DZ Bank und die DZ Hyp zu den Kunden, die Frankfurter Bankgesellschaft, die NRW Bank, die Raisin Bank und die Targobank.

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Fast 40 Prozent der Deutschen verhandeln nie ihr Gehalt

Dabei zahlt sich eine Gehaltsverhandlung meistens aus - 42 Prozent der Studienteilnehmer gaben eine höhere Gehaltsabrechnung an. Die Rechnung geht auch für Bankangestellte auf. Im Gegenzug hat jeder vierte Deutsche allerdings noch nie eine Lohnsteigerung erzielt.

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