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Niederländer soll in die Fußstapfen von Yves Mersch treten

Im EZB-Direktorium stehen Veränderungen an: Nun hat sich die Eurogruppe auf einen Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Yves Mersch geeinigt - der Neue kommt von der niederländischen Zentralbank.

Frank Elderson | Foto: Quelle: Eurogruppe

Die Eurogruppe hat sich in ihrer gestrigen Sitzung auf einen Nachfolger für den Posten des Luxemburgers Yves Mersch im Führungsgremium der EZB geeinigt. Geht es nach dem Gremium, soll Frank Elderson neues Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank werden. Der Niederländer ist derzeit Direktoriumsmitglied der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank. 

Neben Elderson waren zuvor auch Bostjan Jazbec, Direktor bei der Bankenabwicklungsbehörde SRB in Brüssel und Peter Kazimir, seit Juni 2019 slowakischer Notenbankgouverneur, als Kandidaten gehandelt worden. 

Suche nach einem Nachfolger für Mersch hat begonnen 

Das EZB-Direktorium als Leitungsgremium der Zentralbank hat sechs Mitglieder einschließlich der EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Deutschland ist mit der Volkswirtin Isabel Schnabel vertreten.

Kritik an Frauenquote

Schon die Vorauswahl war auf Kritik gestoßen, weil die rein männlichen Kandidaten nichts zur Verbesserung der Frauenquote im EZB-Rat beitragen könne. Der wird mit Lagarde von einer Frau geführt. Doch unter den insgesamt 25-Mitgliedern ist sie eine von insgesamt nur zwei Frauen. Die 19 nationalen Notenbanken werden alle von Männern geführt werden.

Elderson führt die niederländische Notenbank seit 2011, zuvor war er unter anderem General Counsel der Notenbank und hatte als Abteilungsleiter die Aufsicht über die Großbank ABN Amro. Zudem leitet er seit 2017 das NGFS, ein weltweites Netzwerk von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden, das sich für ein nachhaltigeres Finanzsystem stark macht.

Bestätigung soll Ende 2020 erfolgen

Der Gang des Verfahrens sieht nun vor, dass Elderson dem Europäischen Rat als neues Mitglied des EZB-Direktoriums vorgeschlagen wird. Allerdings ist dieser Vorschlag nur eine Empfehlung an die Staats- und Regierungschefs. Die sollen Elderson wegen der mit COVID-19 verbundenen Einschränkungen nun im schriftlichen Verfahren bestätigen, um dann das Europäische Parlament und EZB-Rat zu konsultieren. Eine endgültige Entscheidung über die Personalie wird dann Ende des Jahres erwartet.

Merschs Mandat im EZB-Direktorium endet am 14. Dezember 2020 und kann nach acht Jahren Amtszeit auch nicht mehr verlängert werden. Mersch ist dort derzeit für das Ressort Recht zuständig ist und hat auch die Bankenaufsicht unter sich. Der Neubesetzung des Vizechefpostens der Bankenaufsicht muss das Europaparlament zustimmen.

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