FinanzBusiness

Flatexdegiro strebt in den MDax

650.000 Aktien wurden im Rahmen einer Privatplatzierung verkauft, um den Streubesitz der Aktien zu erhöhen. So macht sich der Online-Broker attraktiv für große Fonds - und chic für den MDax.

Frank Niehage, Vorstand der Flatexdegiro AG | Foto: Flatex

Die SDax-notierte Flatexdegiro AG strebt in den MDax. Bis Ende des Jahres will CEO Frank Niehage dieses Ziel erreicht haben. Heute hat der Online-Broker den nächsten Schritt unternommen: Die Degiro-Gründer und weitere Aktionäre haben 650.000 Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung verkauft und so den Streubesitz der Aktien erhöht.

"Volksbroker" Flatex noch vor dem Weihnachtsfest im SDax gelistet 

Die Anteile wurden zu je 109,00 Euro mit einem Abschlag von 4,5 Prozent platziert, sie war mehrfach überzeichnet. Am Freitagmorgen wurden die Flatexdegiro-Aktien laut der Nachrichtenagentur DPA auf der Handelsplattform Tradegate mit 111,90 Euro rund zwei Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs gehandelt.

Auf dem Radar großer Fonds

Die starke Entwicklung des operativen Geschäfts, die investierbare Marktkapitalisierung, die höchste Liquidität aller SDAX-Aktien sowie die potenziellen Chancen, die sich aus dem bevorstehenden Auslaufen einer Haltefrist auf den Aktienbesitz der Degiro-Gründer ergeben, hat das Unternehmen auf den Radar großer Fonds gebracht, wie Flatexdegiro mitteilte.

Flatexdegiro baut Partnerschaften aus 

Im Hinblick auf dieses hohe Interesse habe man die Bereitschaft der Degiro-Gründer zu einem möglichen Verkauf von Anteilen geprüft, berichtet CEO Frank Niehage. "Uns wurde mitgeteilt, dass das Angebot sehr begrenzt ist, da bereits Collar-Strukturen bestehen und alle Liquiditätsbedürfnisse voll befriedigt sind. Die Degiro-Gründer haben sich jedoch bereit erklärt, eine begrenzte Anzahl von Aktien zu verkaufen, um uns bei der weiteren Erhöhung der Streubesitz-Marktkapitalisierung und der Liquidität im Hinblick auf das angestrebte MDAX-Listing spätestens Ende des Jahres zu unterstützen sowie um weiteren hochkarätigen institutionellen Investoren den Einstieg zu ermöglichen", so Niehage in einer Mitteilung.

Die Degiro-Gründer haben sich jedoch bereit erklärt, eine begrenzte Anzahl von Aktien zu verkaufen, um uns (...) im Hinblick auf das angestrebte MDAX-Listing spätestens Ende des Jahres zu unterstützen.

Frank Niehage, Vorstand der Flatexdegiro AG

Eigentlich hätten die Degiro-Gründer die Aktien laut einer Vereinbarung im Zuge der Übernahme durch Flatex bis zum 28. Juli 2021 halten müssen. Ihnen bleibt nun noch eine Gesamtbeteiligung von rund 16 Prozent erhalten, ohne die bereits in Collar-Strukturen eingebrachten Aktien. Bei sogenannten Collar-Strategien kombinieren Investoren den Kauf einer Verkaufsoption und den Verkauf einer Kaufoption zur Absicherung einer bestehenden Aktienposition.

Sein Fünf-Jahres-Ziel hatte der Broker zuletzt stark angehoben. So plant Flatex nun mit perspektivisch sieben bis acht Mio. Brokerage-Kunden, zuvor lag das Ziel bei drei Millionen. Vor allem die steigende Akzeptanz von Online-Brokerage in bislang "unterentwickelten" europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, soll das Kundewachstum in die Höhe treiben.

Flatexdegiro setzt sich große Ziele, ohne zu träumen

Flatex wurde 1999 von dem Unternehmer und Verleger Bernd Förtsch gegründet, der immer noch größter Aktionär der Gesellschaft ist. 2009 ging das Unternehmen an die Börse, 2020 übernahmen die Frankfurter den niederländischen Konkurrenten Degiro und benannten sich in Flatexdegiro um.

Flatex schließt Degiro-Übernahme ab, sieht sich als größter Retail-Online-Broker Europas 

Mehr von FinanzBusiness

Erst kommt der Blackout, dann steht die Bargeldversorgung auf der Kippe

Stromausfall, Überflutung, Erdbeben: Hält die Bargeldversorgung einer Katastrophe stand? Dieser Frage geht in Potsdam ein Projekt von Geschäftsbanken, Bundesbank, Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung nach, das jetzt auf der Zielgeraden ist. FinanzBusiness sprach mit den Verantwortlichen.

Die Kosten für die Geldwäsche-Prävention explodieren

Seit 2019 ist die Summe, die im deutschen Finanzsektor für Prävention und Bekämpfung der Finanzkriminalität ausgegeben wird, um 30 Prozent gestiegen. Die steigende kriminelle Bedrohung, immer höhere regulatorische Erwartungen sowie das steigende geopolitisches Risiko treiben die Entwicklung.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen