FinanzBusiness

Bonitätsprüfung der SWK Bank läuft über FinTecSystems

Das Institut aus Bingen kooperiert seit einem Jahr mit dem Infrastruktur-Fintech. Die Zusammenarbeit trägt Früchte: Fast die Hälte aller online gestellten Kreditanträge wird mittlerweile automatisiert bearbeitet.

Maximilian Eberhardt, Business Development bei FTS Foto: FintecSystems

Fast jeder zweite online beantragte Kredit der SWK Bank wird mit der automatisierten Entscheidungshilfe des B2B Fintech FinTecSystems GmbH (FTS) abgewickelt. Das gaben die beiden Unternehmen diese Woche bekannt. FTS bietet die Bonitätsprüfung und setzt dafür eine selbstlernende künstliche Intelligenz ein.

Kooperation seit 2019

Die Kooperation zwischen dem Institut und dem Fintech besteht bereits seit 2019. Im Rahmen der Kreditbeantragung willigt der Kunde in die PSD2-konforme Datenverarbeitung durch FTS ein und loggt sich mit seinen Zugangsdaten in sein Onlinebanking-Konto ein. FTS nimmt dann eine Analyse der Kontodaten vor. Dazu gehört beispielsweise die Kategorisierung von Einnahmen und Ausgaben sowie von Risikomerkmalen. Nach Angaben des Fintechs ist diese automatisierte Kategorisierung zu 98,5 Prozent richtig.

"Wir haben mit den kategorisierten Umsätzen unser Risikomanagement optimiert und können Kreditzusagen schneller geben und damit auch zügiger die Kredite auszahlen. Auf den eigenen Antragsstrecken nutzen rund 45 Prozent unserer Kunden den Kontoblick, das ist ein sehr guter Wert", sagte Michael Adam, Abteilungsleiter Analytik & Regulatorik bei der SWK Bank. Er zeige, dass immer mehr Konsumenten den digitalen Kreditvergabeprozess bevorzugen.

Verschiedene Pricing-Modelle

Das Infrastruktur-Fintech mit Sitz in München wurde 2014 gegründet und hat seine BaFin-Lizenz seit 2019. Geführt wird es von Stefan Krautkrämer und Dirk Rudolf, die zuvor SOFORT Überweisung gründeten. Nach eigenen Angaben hat es mehr als 150 Unternehmen als Kunden, darunter Banken wie Santander, DKB oder N26.

Es gibt verschiedene Abrechnungsmodelle bei FTS, darunter beispielsweise die transaktionsbasierte Abrechnung pro Abfrage. Die Preisgestaltung hängt auch immer von der Brandbreite der Services ab, zum Beispiel ob nur Konto-Rohdaten oder die gesamte Kategorisierung von Kontoumsätzen geliefert wird.

Maximilian Eberhardt, Business Development bei FTS

Zu den vertraglichen Details wollte sich FTS nicht äußern. Maximilian Eberhardt, Business Development bei FTS erläutert auf Nachfrage von FinanzBusiness: "Es gibt verschiedene Abrechnungsmodelle bei FTS, darunter beispielsweise die transaktionsbasierte Abrechnung pro Abfrage. Die Preisgestaltung hängt auch immer von der Brandbreite der Services ab, zum Beispiel ob nur Konto-Rohdaten oder die gesamte Kategorisierung von Kontoumsätzen geliefert wird." Während der Corona-Krise hatte FTS die Abfragen zeitweise kostenlos angeboten.

FinTecSystems und Creditreform bieten Auskünfte während Corona-Krise kostenfrei an

Auch andere Fintechs bemühen sich, den sogenannten Know-your-Customer-Prozess (KYC-Prozess) zu vereinfachen. So haben sich beispielsweise die Schufa und Fino unter dem Fintech Clarilab zusammengeschlossen und bündeln dort verschiedene Auskunfteien und Register. Insgesamt 700 Banken gehören hier zum Kundenkreis.

Gemeinsam im Kampf gegen Geldwäsche

Und auch die Solarisbank unterstützt beispielsweise die Hanseatic Bank bei der Legitimationsprüfung.

Solarisbank und Hanseatic Bank kooperieren bei Legitimationsprüfung - Bericht

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