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EZB hebt Beschränkungen bei Dividendenausschüttungen ab Oktober auf

Grundlage der Entscheidung sei die Erholung der Konjunktur und die dadurch gesunkene Unsicherheit über die Kapitalentwicklung der Banken, wie die Zentralbank am Freitag mitteilte.

Blick auf die Frankfurter Skyline mit dem EZB-Gebäude im Vordergrund. | Foto: picture alliance / greatif | R7051 Florian Gaul

(Aktualisiert: Stellungnahme der BaFin)

Banken in der Eurozone dürfen von Oktober an wieder ohne Einschränkungen Dividenden zahlen. Die Europäische Zentralbank (EZB) als Aufsichtsbehörde kündigte an, sie werde dann Kapital- und Ausschüttungspläne der Banken wieder wie vor der Pandemie bewerten.

Finanzinstitute sollten aber weiter zurückhaltend agieren und bei ihren Entscheidungen das Kreditrisiko nicht unterschätzen. EZB-Chefaufseher Andrea Enria hatte bereits Anfang Juli die Aufhebung der Einschränkungen in Aussicht gestellt. Auch EZB-Präsidentin Lagarde hatte einen entsprechenden Fingerzeig gegeben.

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EZB nimmt Dividendenstopp im Juli auf Wiedervorlage 

Die Konjunktur erhole sich, was auf eine geringere Unsicherheit hindeute, so die EZB. "Aussagen zur Kapitalentwicklung der Banken werden dadurch verlässlicher", schrieb die Zentralbank in ihrem Statement. Die Aufsicht habe die Verfahren der Geldhäuser zum Umgang mit Kreditrisiken während der Pandemie überprüft. Nun sollen von Oktober an Aktienrückkauf- und Dividendenpläne wieder Teil des normalen Aufsichtsprozesses sein.

BaFin befürwortet EZB-Entscheidung

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin begrüßte die Entscheidung der EZB, wie die Behörde mitteilte. "Die aktuellen Entwicklungen zeigen in Richtung einer sich erholenden Wirtschaft, das berücksichtigen wir auch in unserem Aufsichtshandeln", sagte BaFin-Exekutivdirektor Raimund Röseler in der Mitteilung. "Trotz der positiveren Aussichten sollten jedoch die Institute weiterhin umsichtig vorgehen", mahnte er.

Trotz der positiveren Aussichten sollten jedoch die Institute weiterhin umsichtig vorgehen.

BaFin-Exekutivdirektor Raimund Röseler

Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Überwachung der großen Geldhäuser im Euro-Raum zuständig. Aktuell kontrolliert sie 114 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank. Für die Überwachung der kleineren Institute sind die nationalen Behörden zuständig.

Wegen der Corona-Krise waren die Banken im Euroraum bislang dazu aufgerufen, bis Ende September des laufenden Jahres entweder keine oder nur in begrenztem Umfang Dividenden zu zahlen oder Aktien zurückzukaufen.

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