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EZB-Vize stellt Prüfung von Alternativen zum Corona-Notprogramm in Aussicht

Das zu Beginn der Pandemie aufgelegte Anleihenkaufprogramm, könnte ab Dezember angepasst oder modifiziert werden. Das deutete Luis de Guindos auf einem Unternehmerforum in Madrid an.

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos | Foto: picture alliance / SvenSimon | Elmar Kremser

Die Abkehr vom Pandemie-Krisenmodus rückt in greifbare Nähe. Das teilte der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, auf einem Unternehmerforum in Madrid mit. Voraussetzung zur Prüfung von "möglichen Alternativen" zum speziell in der Pandemie geschaffenen Anleiheprogramm namens PEPP ab Dezember sei allerdings, dass sich die Konjunktur normalisiere und die Covid-Lage es erlaube, Im Dezember werde die EZB über "mögliche Alternativen" zu dem Programm entscheiden, falls dieses im März beendet werden sollte.

Corona-Krisenprogramm könnte im Frühjahr 2022 auslaufen

Auch angesichts erhöhter Inflationsrisiken denken einige EZB-Währungshüter bereits über ein Abschalten des Corona-Krisenprogramms im Frühjahr 2022 nach. Einige zeigten sich offen für eine zeitweilige Aufstockung des kleineren und älteren Anleihenkaufprogramms APP, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mit den Vorgängen vertrauten Personen erfahren hat. Die monatlichen Kaufvolumina des APP von 20 Mrd. Euro fallen derzeit allerdings deutlich geringer aus als die des PEPP, das mit einem Gesamtvolumen von 1,85 Billionen Euro weit größer angelegt ist.

Erhöhte Inflation ist ein zunehmendes Problem

Zuvor hatte bereits EZB-Chefin Christine Lagarde signalisiert, dass auf der Dezember-Sitzung über die Zukunft dieser Käufe entschieden werde. Das PEPP-Programm ist eines der Hauptinstrumente der EZB, um den Kreditfluss an die Wirtschaft während der Corona-Krise zu stützen. Zugleich ist die Notenbank mit einer erhöhten Inflation konfrontiert, die im September mit 3,4 Prozent so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr ausfiel.

Ein Großteil des derzeitigen Preisauftriebs ist nach Ansicht der Währungshüter weiterhin nur temporär und durch die Folgen der Corona-Krise bedingt. De Guindos räumte nun ein, dass Lieferengpässe auch einen "strukturellen Einfluss" auf den Preisauftrieb habe. "Dieser Einfluss geht über das hinaus, was wir noch vor einigen Monaten erwartet hatten."

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