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KfW sieht Einzelhandel "im Sturzflug"

2021 beginnt für die deutsche Wirtschaft alles andere als vielversprechend: Die Stimmung kühlt sich laut KfW-ifo-Mittelstandsbarometer weiter ab - nur die Industrie kann sich vom Negativtrend abkoppeln.

In der Innenstadt von Essen im Februar 2021 | Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Die staatliche Förderbank KfW hat bisher viel Optimismus verbreitet, wenn es um die Lage im deutschen Mittelstand ging. Zum Jahresbeginn äußert sich Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib, nun deutlich vorsichtiger.

"Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt einen schlechten Jahresstart und zunehmenden Pessimismus bei einem Großteil der mittelständischen Unternehmen an", erklärt sie in einer Mitteilung.

KfW verbreitet für 2021 Zuversicht und macht diese von Investitionen abhängig

Mittelstand hat eine zähe Phase der Erholung vor sich 

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer zeigt einen schlechten Jahresstart und zunehmenden Pessimismus bei einem Großteil der mittelständischen Unternehmen an.

Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin, KfW

Hohes Maß an Unsicherheit

Köhler-Geib betont zwar erneut, dass im Frühjahr dennoch mit einer wirtschaftlichen Erholung gerechnet werden könne, verweist zugleich auf das große Aber: Durch die Ausbreitung von Virus-Mutationen sei die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie sehr groß.

Wie schnell es wieder aufwärts gehe, hänge aus Sicht der Unternehmen "stark vom Impffortschritt und dem Erfolg des gegenwärtigen Lockdowns ab", so die KfW-Chefvolkswirtin in ihrem Fazit - im ersten Quartal dürfte die Wirtschaftsleistung signifikant schrumpfen.

Die Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometer für den Januar 2021:

  • Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sank um 4,2 Zähler auf -14,8 Saldenpunkte – weniger stark als während des ersten Lockdowns: Im April 2020 war das Barometer auf -42,5 Saldenpunkte gefallen.
  • Ihre Lage beurteilen die KMU zunehmend als schwierig – hier ging es um -5,3 Zähler runter auf -13,0 Saldenpunkte. Ähnlich sieht es bei den Geschäftserwartungen aus (-3,1 Zähler im Januar auf -16,6 Saldenpunkte).
  • Besonders betroffen sind die KMU im Einzelhandel. "Ihr Geschäftsklima befindet sich mit einem Minus von 27,5 Zählern regelrecht im Sturzflug", so die KfW in ihrer Analyse. Das Geschäftsklima lag im Januar bei -26,7 Saldenpunkten (Vergleich zum April 2020: -42,3 Saldenpunkte).
  • Bei Dienstleistungsfirmen aus dem Mittelstand fällt das Klimabarometer um 3,4 Zähler auf -23,6 Saldenpunkte. Die KfW zählt hierzu sowohl das Gastgewerbe als auch die Bereiche wie Unterhaltung, Kultur, Sport. "Den großen Stimmungsabsturz hat das Segment schon im Herbst durchgemacht", heißt es.
  • Auch der mittelständische Großhandel (-4,4 Zähler auf -13,1 Saldenpunkte) und das Bauhauptgewerbe (-5,8 Zähler auf 1,7 Saldenpunkte) melden im Januar einen Stimmungsabfall.
  • Die Stimmung der großen Firmen sinkt noch deutlicher als im Mittelstand (-5,5 Zähler auf -7,7 Saldenpunkte) – und das in fast allen Wirtschaftsbereichen, am stärksten im Einzelhandel und im Dienstleistungsgeschäft.

Industrie koppelt sich vom Negativtrend ab

Abkoppeln vom Negativtrend kann sich aktuell nur die Industrie, große Firmen, aber auch die industriell ausgerichteten KMU. "Die Industrie bleibt generell auf Wachstumskurs, denn die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Ausweitung des Lockdowns auf die Industrie ist [...] weiterhin gering", so die KfW-Analyse.

Die KMU aus dem verarbeitenden Gewerbe standen im Januar bei -4,1 Saldenpunkten (+0,8), die Großunternehmen der Industrie bei +0,6 Saldenpunkten (-0,3).

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