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KfW verbreitet für 2021 Zuversicht und macht diese von Investitionen abhängig

Die staatliche Förderbank geht davon aus, dass die Wirtschaft 2021 schnell wieder in Plus dreht - vorausgesetzt Unternehmen trauten sich wieder etwas zu und würden investieren. Auch die Banken sieht sie dabei in der Pflicht.

KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib | Foto: KfW

Die KfW rechnet nach dem Abklingen der Corona-Pandemie mit einer schnellen Erholung der Wirtschaft und einem Anstieg des Wachstums um rund vier Prozent. Bis Ende 2021 könne das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden, erklärte die Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib bei einem Pressegespräch zum Jahresausblick.

Ab dem kommenden Jahr brauchen wir eine digitale und grüne Investitionsrally, um insgesamt wirtschaftlich gestärkt und nachhaltig aus der Corona-Krise zu kommen.

Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin, KfW

Köhler-Geib machte zugleich klar, wo aus ihrer Sicht Schwerpunkte zu setzen sind. "Ab dem kommenden Jahr brauchen wir eine digitale und grüne Investitionsrally, um insgesamt wirtschaftlich gestärkt und nachhaltig aus der Corona-Krise zu kommen", sagte sie – und sieht dabei alle Wirtschaftsakteure in der Pflicht. Sowohl der Staat, Unternehmen und deren Mitarbeiter als auch Banken müssten ihren Beitrag leisten, betonte sie.

Rückgang bei Investitionen, vor allem im Mittelstand

Laut KfW-Analyse werden die gesamtwirtschaftlichen Unternehmensinvestitionen 2020 infolge der Corona-Krise voraussichtlich um rund 8,5 Prozent einbrechen. Den Mittelstand sieht die Förderbank dabei überproportional betroffen, besonders den stark mittelständisch geprägten Dienstleistungssektor.

Angesichts der hohen Umsatzverluste durch die pandemiebedingten Eindämmungsmaßnahmen und der weiterhin hohen Unsicherheit über den Krisenverlauf gebe es einen starken Wunsch nach Absicherung und Stärkung der finanziellen Widerstandsfähigkeit, so das Institut. Investitionen würden im Gegenzug zurückgestellt.

Die Wirtschaftspolitik ist jetzt gefordert, dem Zielkonflikt zwischen finanzieller Resilienz und Investitionen entgegenzuwirken, den viele Unternehmen spüren.

Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin, KfW

Die KfW-Chefvolkswirtin sieht deshalb gerade hier dringenden Handlungsbedarf. "Die Wirtschaftspolitik ist jetzt gefordert, dem Zielkonflikt zwischen finanzieller Resilienz und Investitionen entgegenzuwirken, den viele Unternehmen spüren", sagte sie.

Appell auch an Banken

Die Politik müsse dafür die passenden Rahmenbedingungen schaffen, Anreize für Investitionen setzen und mit Anschubfinanzierungen in Vorlage treten, um künftiges Wachstum in den Schlüsselfeldern Digitalisierung und Klimaschutz zu ermöglichen, so Köhler-Geib.

Von Unternehmen und ihren Mitarbeitern erwartet sie verstärkte Anstrengungen, ein zukunftsgerichtetes Geschäftsmodell und mehr Weiterbildung- und von den Banken entsprechende Unterstützung. Köhler-Geib: "Natürlich ist es für die Investitionsfinanzierung essenziell, dass der Kreditkanal weiterhin offenbleibt."

Der Mittelstand investiert - Corona zum Trotz 

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