FinanzBusiness

BVR erwartet Anstieg der Sparquote auf höchsten Stand seit der Wiedervereinigung

Laut dem Bankenverband BVR könnte Sparquote 2020 voraussichtlich auf rund 17 Prozent steigen. Vorstandsmitglied Andreas Martin glaubt aber an mehr Konsum nach der Überwindung der Corona-Pandemie.

BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin | Foto: picture alliance / | R4200

Sparen hat im Corona-Jahr bei den Deutschen im Corona-Jahr weiter an Beliebtheit gewonnen. Die Sparquote in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Bankenverbandes BVR in diesem Jahr den Rekordwert von rund 17 Prozent erreichen.

Ende September war der Verband noch von etwa 15 Prozent ausgegangen. Der Teil-Lockdown im November und Dezember werde die Quote im Gesamtjahr 2020 nun voraussichtlich noch kräftiger steigen lassen, erläuterte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

Die durch den Anstieg der Sparquote aufgelaufenen Rücklagen der privaten Haushalte betragen in realer Betrachtung im dritten Quartal dieses Jahres 76 Milliarden Euro oder 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die gestiegenen Sparguthaben vieler Verbraucher dürften nach BVR-Einschätzung den Konsum nach der Corona-Krise anschieben. "Nach Überwindung  der Coronapandemie besteht die Chance, dass die Bundesbürger ihre Sparrücklagen verstärkt für Konsum nutzen", sagte BVR-Vorstandsmitglied Andreas Martin in einer Mitteilung.

Nach Überwindung  der Coronapandemie besteht die Chance, dass die Bundesbürger ihre Sparrücklagen verstärkt für Konsum nutzen.

BVR-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin
 

"Bereits aus der Normalisierung der aktuell sehr hohen Sparquote wird ein deutlicher Konsumimpuls im kommenden Jahr resultieren", so der BVR-Vorstand. Je nach Verlauf der Rückführung der Sparquote dürfte dies bis zu 3,2 Prozentpunkte zur Expansion des Bruttoinlandsprodukts beitragen.

Sparquote 2020 zeitweise über 20 Prozent

Im dritten Quartal 2020 lag die Sparquote nach BVR-Angaben bei 16,2 Prozent und damit deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Im Sommer des laufenden Jahres war die Sparquote in Deutschland sogar auf 21,1 Prozent geklettert.

Auf Jahressicht werden die privaten Haushalte in Deutschland demnach von 100 Euro verfügbarem Einkommen etwa 17 Euro auf die hohe Kante legen. Die bislang höchsten Sparquoten in Deutschland wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1991 und 1992 mit jeweils 12,9 Prozent gemessen. 2019 waren es 10,9 Prozent.

Deutsche Sparquote erreicht 2020 höchsten Stand seit 1995, erwartet BVR
In der Corona-Krise legen junge Menschen mehr auf die hohe Kante 

Mehr von FinanzBusiness

N26 ist vom Absturz von Platz eins auf Platz 17 beim Finnoscore überrascht

Die von der Wiener Beratungsgesellschaft Finnoconsult erstellte Studie zur digitalen Kompetenz deutscher Finanzinstitute brachte ein unerwartetes Ergebnis: N26 verlor die Spitzenposition an die Sparda-Bank Baden-Württemberg und landete im Mittelfeld. Auf Anfrage von FinanzBusiness nimmt die Neobank Stellung.

Volksbank Pirna fusioniert mit Wohnungsgenossenschaft GWG Sebnitz

Als Fusionsstichtag ist der 1. Januar 2022 angesetzt, die Mitglieder- und Vertreterversammlungen beider Genossenschaften müssen allerdings noch zustimmen. Grundsätzlich ist die Volksbank offen für weitere Zusammenschlüsse dieser Art, erfuhr FinanzBusiness vom Vorstandsvorsitzenden des Instituts.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Finanzjob