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Sparkasse Hannover wird mit dem Bank-King "instagramable"

Mit einem neuen Vertriebskonzept spricht die Sparkasse vor allem Nachwuchskunden an. Vorstandsmitglied Kerstin Berghoff-Ising hat in der Sparkassen-Zeitung die Details verraten.

Eine Sparkassen-App. (Symbolbild) | Foto: picture alliance

Die Sparkassen wollen junge Kunden nicht kampflos den vermeintlich hipperen Online-Banken überlassen. Die Sparkasse Hannover hat dazu ein ganzes Bündel von Maßnahmen geschnürt, das einen klaren Fokus auf die sozialen Medien hat.

Das sagte das Vorstandsmitglied der Sparkasse in der niedersächsischen Landeshauptstadt, Kerstin Berghoff-Ising, in einem Interview mit der Sparkassen-Zeitung. Zur Kontoeröffnung wird die Zielgruppe zwischen 18 und 29 Jahren angepeilt, aber schon 14-Jährige sollen die Sparkasse als coolen Partner wahrnehmen.

Apps, Instagram und YouTube

"Mit der Jepp!-App präsentieren wir Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren Lifestyle-Themen und Mehrwerte in Kooperation mit Partnern in der Region wie Kinos, Cafés oder Restaurants. Das Angebot haben wir gemeinsam mit der S-Markt und Mehrwert entwickelt", sagte Berghoff-Ising.

Mit der Jepp!-App präsentieren wir Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren Lifestyle-Themen und Mehrwerte in Kooperation mit Partnern in der Region.

Kerstin Berghoff-Ising, Vorstandsmitglied, Sparkasse Hannover

Auf Instagram lässt die Hannoveraner Sparkasse den Bank-King auftreten. Er soll Sympathieträger, Identifikationsfigur und Sprachrohr für die Generation Z sein, einer "besonderen Zielgruppe", wie Berghoff-Ising sagt. Während der Kampagnenentwicklung sei der Bank-King in eben jener Zielgruppe "verprobt" worden.

Mithilfe einer regionalen Influencerin will die Sparkasse zudem eine Kampagne fahren, die die jüngeren Kunden für Finanzthemen interessiert: "Wir planen, das Bevestor-Angebot für Jugendliche zu pushen", sagte Berghoff-Ising. Ohne Berater-Gespräch und schon ab 25 Euro soll die Schwelle bewusst niedrig gehalten werden.

Wir planen, das Bevestor-Angebot für Jugendliche zu pushen.

Kerstin Berghoff-Ising, Vorstandsmitglied, Sparkasse Hannover

Auch auf YouTube soll künftig Werbung ausgespielt werden. Dabei gelte: "Wir müssen in der Sprache und in der Ästhetik der Zielgruppe unterwegs sein. Und das heißt für uns auch: Wir müssen mutig sein."

Langsamer Einstieg in die Bepreisung

Auf Vertriebsseite bedeute das neue Konzept, "dass jeder Privatkundenberater täglich Kontakt zu einem seiner Nachwuchskunden" habe - und es würden weiterführende Schulen mit Filmen und anderen Materialien versorgt, sagte die Sparkassen-Vorstandsfrau.

Berghoff-Ising stimmte die potentiellen Jungkunden aber auch bereits darauf ein, dass sie für ihr Konto bezahlen müssen. Zwischen 18 und 24 Jahren sind Konto und Depot noch kostenlos. Zwischen 25 und 29 Jahren wird der halbe und ab 29 Jahren dann der volle Preis fällig - derzeit 7 Euro. "Wir sprechen klar an, dass unsere Dienstleistungen auch etwas wert sind. Dafür verlangen wir einen fairen Preis."

Die Social-Media-Offensive der sechstgrößten Sparkasse Deutschlands (Ranking des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands) ist nicht der einzige Weg, über den man in Hannover versucht, sich neu aufzustellen: Anfang des Monats hatte die Sparkasse Hannover bereits bekanntgegeben, die Anzahl ihrer Kassenschalter zu reduzieren:

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